Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 12 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2554541-2554781-2554788--05432-2561390- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
180 Sie sagen vor ihm: O Herr der Welten! Wir haben viele Brücken gebaut, haben viele Städte überwunden, haben viele Kriege geführt, das alles aber haben wir nur gethan um Israels willen, damit es besser dem Studium des Gesetzes obliegen könnte. Gott der Heilige, geb. s. er, antwortet ihnen darauf: Alles/ was ihr gethan, habt ihr nur euretwegen gethan, ihr habt Brücken erbaut, um von ihnen Zoll zu erheben, Städte habt ihr überwunden, um sie zur Augaria (d. i. zum Kriegsdienste) zu gebrauchen, was aber die Kriege anbetrifft, so habe ich sie geführt, wie Erod. 15, 13 geschrieben steht: Der Ewige ist der Mann des Krieges. Ist jemand unter euch, der „das" anzeigen kann, wie es heißt (34- 43): Wer unter euch ist, der „das" anzeigen kan»; unter „das" aber wird das Gesetz verstanden, von »dem geschrieben steht Denk 4, 44: das ist das Gesetz, welches u. st w. — Sogleich gehen vor ihm (dem Heiligen) auch ihre Seelen ab. — Da aber das persische Reich sah, daß das römische so übel abgefertigt wurde, warum ging es denn vor Gericht? Antwort. Sie (die Römer) sprachen: Zene haben das Haus des Heiligthums (den Tempel zu Jerusalem) zerstört, (daher sind sie so übel abgefertigt worden), wir aber haben es wieder erbaut (daher wird es uns wohl besser ergehen). So wie es aber dem römischen und persischen Reiche erging, so ergeht es auch den übrigen Völkern. Warum gingen jedoch diese vor Gericht, da sie doch gesehen, daß die ersteren nichts vermochten? Antwort. Sie dachten: Jene haben die Israeliten unterjocht, wir aber haben die Israeliten nicht unterjocht. Warum aber sind jene diesen vorgezogen (d. i. warum wurden jene trotz ihrer Sünden und Frevel doch zuerst vor Gericht gelassen)? Antwort. Weil ihre Reiche bleiben bis zu der Ankunft des Messias. Darauf sprachen vor ihm (die übrigen Völker): Herr der Welten! Hast du uns denn ein Gesetz gegeben und wir haben es nicht angenommen? Wie aber können sie so sagen, stehet nicht geschrieben (Deut. 33, 2): Der Ewige kam von Sinai und ist ihnen aufgegangen von Seir. Ebenso (Hagg. 3, 3): Gott kam voN Theman, der Heilige vom Berge Paran. Was bedeuten die Worte Seir und Paran? R. Jochanan