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Dibre Emeth · 1870-01-01 · 9-11 (1870) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
26 (1870)
Issue
9-11 (1870)
Date
1870-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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147 eS denn mit seiner Bekehrung zugegangen sei, antwortete er, daß er ein russischer Jude sei und sich eine Zeit lang zu Constant zne in Algier, wo die Juden außerordentlich streng altgläubig find, aufgehalten habe. Dort gab ihm einmal Jemand ein Testament, er laS es, legte es dan» aber wieder weg und vergaß es. In der Folgezeit hatte er Veranlass sung nach Jerusalem zu gehn, wo er eine Jüdin besuchte und bei dieser Gelegenheit mit einem Missionar der Londoner Gesellschaft zusammentraf. Dieser Geistliche war selbst ftüher ein Jude gewesen; und die Frau, in deren Haus er eingetreten war, schmähte ihn, daß er von dem Glauben seiner Väter abgefallen sei; sie kreischte förmlich vor Aerger und bespie ihn zuletzt. Der Jude fügte hinzu: „ich betrachtete mir dabei diesen christlichen Missionar und sah, wie er sein Taschentuch nahm und ruhig sein Gesicht abwischte. DaS frappirte mich als ein Resultat der Lehren des Neuen Testaments; ich suchte demzufolge wieder mein Buch heraus und begann es von Neuem zu lesen. Einige Tage darauf nahm ich meinen Weg zu dem Hause deS Missionars und ein Jahr später wurde ich getauft." Der Secretair der Gesellschaft Rev. Banning hat im vergangenen Jahre 18 von den 25 nicht in England befindlichen Stationen besucht. Besonders interessant sind die Mittheilungen desselben aus Amsterdam. Dort arbeitet seit mehr als 20 Jahren der Missionar Pauli, selbst ein Proselyt. Mr. Banning erzählte von dem Besuche bei diesem Manne: „Wir, Mr. Banning und die ihn begleitenden Herren, machten einen Spaziergang mit Pauli durch einige der Haupttheile der Stadt und begegneten auf demselben fortwährend Juden, deren etwa 30- bis 40,000 in Amsterdam wohnen. Einer sah auf den Missionar mit unendlicher Verachtung, ein anderer spie aus, als derselbe bei ihm vorüberging und wir hörten ihn Worte des Fluches zwischen seinen Zähnen murmeln; ein Anderer wies auf ihn mit offenbarer Reugier als auf den Missionar Pauli, und dann und wann begegneten wir einem, der ihn mit Interesse anblickte, ja selbst mit einer gewissen Zuneigung. Kein Jude, dem wir auf jdiesem Spaziergange begegneten, ging ohne ein Zeichen, daß er Mr. Pauli kenne, vorüber. Diese ausgebreitete Bekanntschaft des Missionars hat sowohl ihre Vortheile als ihre Rachtheile; er kann nicht länger so frei, als es früher der Fall war, in daS 10*

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