Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 9-11 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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13$ Das Verdienst, das der Messias sich durch sein Leiden und Sterben erworben, überwiegt das Verdienst der Engel und Menschen, eS greift weit über dasselbe hinaus. Schließlich nur noch die kleine Hagada Fol. 63, 2: Zur Zeit, da der König Messias sich offenbart, ist er bekleidet mit dem Gewände der Gerechtigkeit, wie cs heißt (Jes. 59,17): Und er zog an Gerechtigkeit wie einen Panzer. Mit der Gerechtigkeit, die dem Messias in diesen Worten zllgeschrieben wird, vergleiche das Wort des Apostels Paulus an die Römer 8, 33. 34: Gott ist hier, der gerecht macht, wer will verdammen? Durch seine Gerechtigkeit hat Ms der Messias erlöst und durch sie bewirkt er, daß wir dereinst vor dem Throne des Ewigen für gerecht erklärt werden. Im zweiten Hagadencyclus, den Midraschim, fließt der Strom der messianischen Hagaden, welche auf das Leiden und Sterben des Messias Bezug haben, noch voller und reichhaltiger. Wenn man nun aber die Juden auf diese MessiaShagaden hinweist, so kehren sie gewöhnlich einem spöttisch den Rücken und sagen, die Hagada überhaupt habe im Judenthum keine Autonomität, insbesondere aber sei grade die Messiashagada eine sehr trübe, dunkle und verworrene Quelle. Nur die Halacha müsse man respectiren, in ihr ruhe daö eigentliche Wesen deS Judenthums. Das Judenthum geht in seiner Antipathie gegen die Messiashagada sogar so weit, daß eö behauptet, die messianischen Hagaden könnten gar nicht als Erzeugnisse deS echt jüdischen Geistes betrachtet werden, sie wären vielmehr dem Einflüsse des Christenthums zuzuschreiben. Ehedem hätten dieselben sich auch gar nicht in den oben aufgeführten Hagadawerken gefunden, sie wären erst später hineingeschmuggelt worden. Daß diese Behauptung eine Lüge ist und nur als Nothbehelf der Abwehr und Ausflucht dient, liegt wohl klar am Tage. ES giebt wohl kein Volk, welches ein so treuer Wächter über seine Literatur genannt werden kann, als grade das jüdische. Mit aller Macht und Kraft hat es alle Beeinflussung des Ehristenthums von seinen Schriften fern zu halten gewußt. Man mag ein Werk des Mittelalters und der späteren Zeit ansehen, welches man will, iir keinem-wird mau etwas von der specifischen christlichen