Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 9-11 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2554541-2554781-2554787--05386-2561343- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
135 ersehen einen Gott außer dich. Zu jener Zeit ruft Gott der Heilige, geb. s. er, den Nordwind und Ostwind herbei und spricht zu ihnen: Häufet und sammelt vor Ephraim, dem Messias, meine Gerechtigkeit, alle Arten von Wohlduft, die im Gatten Eden sind, wie es heißt (Cant. 4,16) : AufNord! komme Süd! und wehe durch meinen Gatten! Eine großartigere und zugleich ergreifendere Hagada über den leidenden Messias als diese kann es nicht geben. Der Momente und Beziehungen darin sind so viele, daß der Raum zu kurz wäre, sie alle aufzuführen und zu erläutern. Zunächst ist der Messias als das Licht der Welt dargestellt, das die Welt erleuchtet, wozu man den Ausspruch Christi (Johannis 8,12): Ich bin das Licht der Welt, und das, was der Evangelist Johannis in seinem Evangelium Cap. 1, 1—18 schreibt, vergleichen wolle. Der Messias leidet ferner nicht für sich, sondern für die Welt. Die Sündenschulden Israels und aller Völker sind es, welche Leidensgeschicke auf ihn wälzen, wie sie die Welt noch nicht gesehen. Diese Leidensgeschicke aber sind von der ewigen Liebe bereits durch einen Pact vor der Weltschöpfung ihm zugetheilt, er hat sie damals auf sich genommen und in der Fülle der Zeiten erträgt er sie nun mit Ergebung und Geduld. Seine Leiden jedoch bringen der Welt Erlösung und Vergebung der Sünden; sie sind die Wetthgrößen, welche in die Wagschale der göttlichen Gerechtigkeit geworfen, die Schale der Schuld aufwärts schlagen machen. Nach der Erniedrigung folgt aber die Erhöhung des großen Dulders. Er zieht aus die Knechtsgestalt und wird von seinem himmlischen Vater zum Throne der Herrlichkeit emporgehoben, wo anbetungsvoll alle Frommen und Auserwählten zu ihm aufschauen. Vgl. Phil. 2, 5—11. 2. Eine andere ebenfalls sehr wichsige Hagada lesen wir Fol. 60 a j« den Worten Jes. 51,12: Ich, ich bin euer Tröster. Gott der Heilige, geb. s. er, sagt: Daö ist mein Geschäft, daß ich durch die Sache, durch die ich den Menschen verwunde, ihn auch heile. Die Menschen verwunden sich durch Kneif und Messer, heilen aber durch Pflaster. Mein Geschäft ist nicht also, sondern durch die Sache selbst, durch die ich verwunde, heile ich. Denn so heißt eö Jer. 30, 17: Denn ich führet deine Heilung herauf und durch deine Schläge selbst