Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 7-8 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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109 4. Die Pesikta des Rab. Kahana ben Tacblifa (iurp HYi xnp’DD), welcher ca. 400 Lehrer zu Pum-Badita war. Wir besitzen zwar das Werk nicht mehr in seiner ursprünglichen Gestalt, sondern in einer aller Wahrscheinlichkeit nach aus dem neunten Jahrhunderte herrührenden Umarbeitung und Erweiterung, in welcher es nun den Namen Resikta rabbati führt. Zu unterscheiden ist von ihr die sogenannte kleine Pesikta des R.Tobija benElieser ha-Gadol ben Isaak, welche erst aus dem elften Jahrhundert stammt. Beide haben, wie gesagt, nichts mit einander zu thun. Vergl. darüber noch Zunz, Gottesdienstliche Vorträge S. 293—95. 5. Der Perusch des R. Tanchuma zur Thora min hv)- R. Tanchuma war einer von den 67 Schülern deö Rab Hüna, welcher ca. 250 als Rector der Hochschule zu Sora blühte. R. Der jüngere Cyklus der Hagadaliteratur. Die zweite Reihe der hagadischen Literatur des Judenthums wird gebildet von den sogenannten Midraschim. In Bezug auf diese kann wohl jetzt als ausgemacht erachtet werden, daß der Midrasch Rabba zu Bereschit d. i. zum ersten Buche der Thora der Zeit nach den ersten Rang behauptet. Etwas später, etwa in die erste Hälfte des siebenten Jahrhunderts ist die Abfassung des Midrasch Echa rabbati, auch Megillat Echa genannt, zu setzen, der zur erbaulichen Betrachtung am Festtage der Zerstörung Jerusalems bestimmt war. Dann folgt wahrscheinlich die Abfassung der vier übrigen Rabbot zum Pentateuch, der Midrasch zu Leviticus, Deuteronomium, Exodus und Numeri, von denen letzterer mit der im neunten Jahrhundert vollzogenen Umarbeitung und Erweiterung der Pesikta etwa zusammenfällt. Vom neunten Jahrhundert ab bis etwa Mitte deö elften oder zwölften liegt dann die Abfassung der übrigen Midraschwerke zum Hohenliede, zu Esther, Ruth, Kohelet, zu den Psalmen, den Sprüchen. Den Schlußstein der Midraschliteratur bildet jedenfalls der Midrasch zu den Büchern Samuel. Aus dem Gesagten erhellt zur Genüge, daß der Strom der Hagadaliteratur mit dem der Halacha in Beziehung auf Alter und Ursprünglichkeit, sowie auf Fülle und Reichihum in der That wetteifern