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Dibre Emeth · 1869-01-01 · 11-12 (1869) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
25 (1869)
Issue
11-12 (1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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181 England. Es ist aber bekannt, daß im Anfänge unseres Jahrhunderts dort die Londoner Gesellschaft für Israel gestiftet ist, nach deren Beispiele noch viele andere Misstonsvereine zur Bekehrung der Juden in England und Deutschland entstanden find. Wir dürfen daher wohl glauben, daß der von den Hallensern in England ausgestreute Same es gewesen ist, welcher schließlich die Frucht der Missionsliebe und Misstonsarbeit, die das heutige England zeigt, gebracht hat. Jedesfalls haben die Heiden- und Judenmission unserer Tage ihren Ausgang von Halle genommen. Die Juden-Mission in Kischinew. (Nach „Saat auf Hoffnung" erzählt.) Kischinew, die Hauptstadt von Bessarabien in Südrußland, zählt etwa 92000 Einwohner, darunter Moldauer, Griechen, Russen, Armenier, Juden und Zigeuner. Die israelitische Gemeinde zählt 35000, die evangelische Stadtgemeinde nur 370 Seelen. Die Juden sind meistentheils an irdischen Gütern reich und sind fast die Herren des Landes. Kein Geschäft kann ihren Händen entgehn, doch ist ihr Hauptgeschäft der Wucher. Die Meisten von ihnen verstehen Russisch, Moldauisch und Deutsch, wenn sie es auch in der Regel schlecht sprechen; doch haben sie untereinander einen eigenthümlichen Dialekt, welcher auö Hebräisch, Chaldäisch, Deutsch, Russisch, Moldauisch und Wallachisch zusammengesetzt ist. Im Jahre 1860 wurde Pastor Faltin in dieser Stadt als evangelischer Stadtgeiftlicher und Divisionsprediger eingeführt. Bald kamen Fälle vor, wo sich Israeliten bei ihm zum christlichen Unterricht meldeten. Die Sache war für diesen Mann nicht leicht. Er kannte wenig das Wesen, die Sitten und Eigenthümlichkeiten der Juden. Ihre Sprache war ihm fremd, ihre Denkweise unfaßlich, und die ganze Judenmission erschien ihm als ein fernliegendes Gebiet, zumal er in seiner zwar nicht großen, aber sehr zerstreuten Gemeinde, und als Diviflonsprediger, in welchem Amt er jährlich einige hundert Meilen reisen muß, vollauf zu thun hatte und ihm daher keine Zeit für die Arbeit an

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