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Dibre Emeth · 1869-01-01 · 11-12 (1869) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
25 (1869)
Issue
11-12 (1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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162 Geschichte Israels aus dem Ganzen herausgreifen, sondern müssen ihr diejenige Stelle lassen, welche ihr das Alte Testament anweist. Christen und Juden berufen stch für ihre Sache gemeinsam auf das Alte Testament, aber eben deshalb muß man auch das ganze, unzertheilte, unzerstückelte Alte Testament sein Zeugniß ablegen lassen. Folgen wir so dem Alten Testament, dann hören wir von demselben: die ersten Menschen, Adam und Eva, haben dem Willen Gottes nicht gehorcht. Der Wille Gottes war, daß sie die ihnen gestellte Aufgabe recht erfüllen sollten. Als ihre Aufgabe wird das genannt, daß sie nach dem Vorbilde des ihnen geschenkten Paradieses die ganze Erde durch ihre Arbeit in einen Garten Gottes verwandeln sollten. Aber sie sollten in der Erfüllung dieser ihrer Aufgabe auch die Ordnungen und Schranken, welche Gott selbst ihnen gestellt, innehalten und damit ihr Werk ganz und völlig als einen Dienst ihres Gottes ausüben. Ihre Gaben und Kräfte sollten sie entwickeln, aber ihre wachsenden und sich entfaltenden Kräfte gerade dazu anwenden die Gemeinschaft mit Gott um so reicher und allseitiger auszubilden. Statt dessen gehorchten die ersten Eltern einer Stimme, welche ihnen eine andere Richtung anrieth. Sie gaben einer fremden Verführung nach, welche ihnen eine neue Bahn wies, nämlich ihre Gaben und Kräfte nach eigenem Gutdünken und für einen möglichst hohen Genuß des Augenblicks zu verwerthen, dagegen aber die Unterwerfung ihres ganzen Lebens unter den Willen und unter die beschränkenden Ordnungen Gottes als eine hemmende und beschwerende Last zu beseitigen. Die bestimmende Macht blieb nicht der ewige Gott, sondern das Gewordene: ein fremder Rath, der eigene menschliche Wille und was die Sinne wahrnahmen. Das Geschaffene nahm für den Menschen die erste Stelle ein und erhielt für ihn eine selbstständige Geltung, aus der Verbindung mit Gott wurde es herausgerissen. Das ist der entscheidende Punkt für die ganze nachherigeGeschichte. Vorher steht der Mensch in einer wahrhaftigen Gemeinschaft mit Gott, er ist ein reines, ungetrübtes Abbild Gottes und eben deshalb mit einem Leben begabt, das eben so wenig als das Leben Gottes von irgend einer Störung weiß: wie cs von der Sünde fern ist, so auch fern von aller Plage, Schmerz, Krankheit und dem Tode. Es war aber dem

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