Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 25 (1869)
- Issue
- 9-10 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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160 erginge. „Oh, antwortete der Doctor, ich gehe nach Cambridge (Universität) um mir einen Ehrengrad zu erwerben; ich gehe nämlich herunter im Interesse der Judenmission." Und hieran anknüpfend sagte der Redner, auch er fühle es als eine Ehre irgend wie an diesem gesegneten Werke theilnehmen zu dürfen. Zuerst schläft er dann der Versammlung die Resolution vor, sobald das Land Abyffinien beruhigt genug sei, um eine sichere Rückkehr zu gestatten, auch daS unterbrochene Miffionswerk daselbst wieder aufzunehmen. Die übrigen Resolutionen betreffen die Wahl der Patrone, Vicepatrone, Wohlthäter und Beamte der Gesellschaft. Endlich widerlegt der Redner einen der Gesellschaft gemachten Vorwurf. Ich Habe, so spricht er, oft Leute sagen hören, warum könnte denn nicht die kirchliche Missionsgesellschast auch diesen Zweig des Missionswerkes übernehmen? Warum so viele Gesellschaften haben? Ich frug einen Herrn, welcher in Cambridge deswegen der Gesellschaft einen Vorwurf machte „haben Sie je Versuchtselbst einen Juden zubekehren?" „Nein, ich niemals." „Nun gut, ich habe es, und ich weiß, daß wenn sie nicht einen Kreis von besonderen Arbeitern haben, welche sich diesem Werke widmen, Sie es nie ausführen werden. Ich weiß, daß die Juden alle unsterbliche Seelen haben, gleich den unseren. Einmal begegnete ich einem jüdischen Rabbi der brachte vor mich die Colenso-Art von Schwierigkeiten, welche dem Neuen Testamente entgegen stünden. Dem sagte ich: nachdem wir ein wenig über dieselben gesprochen hatten, wir müssen nach Allem zu einer wichtigen Frage kommen. Sie und ich müssen mitdemaltenunddemneuenTestamentefertigsein, wir werden bald in einer anderen Welt erscheinen, und lassen Sie mich fragen, was wird Jhr Theil sein in der zukünftigen Welt? Er sagte, er hoffte in den Himmel zu kommen. Ich antwortete „was ist der Grund ihrer Hoffnung?" Er antwortete: „der Bund der Werke." Er erzählte mir, daß Gott ein Buch hätte, in welchem Rechnung geführt würde über Jedermanns b«te und böse Werke, damit sie gegenseitig abgewogen würden, und die schließliche Entscheidung würde danach geschehen, wie die Bilance dieser Rechnung ausfiele. DaS ist die Finsterniß unter welcher die armen Juden der heutigen Tage sich abmühen. Lassen Sie uns wirken, um diese Finsterniß zu vertreiben. Der Gott des Himmels wird uns fördern, deßwegen wollen wir, seine Knechte, uns erheben und bauen. Dieses Bl. erscheint jährlich in 8 bis 10 Heften, zusammen 12—14 Bogen. Preis für den Jahrgang 10 Sgr. Zn Commission - Carl Dülfer's Buchhandlung in Breslau. Druck von E. H. Storch und Comp, in Breslau.