Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 25 (1869)
- Issue
- 7-8 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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124 der mit ungeheucheltem Ernst, verlaffen Sie sich darauf, dieser Mond ist gar nichts gegen den Mond, welchen wir in Irland haben." Ich erwähne diese thörichte Geschichte nur, um Ihnen aus meiner eigenen Erfahrung zu sagen, daß die Judenmisstonsgesellschaft in England gar nichts ist gegen die in Irland, wenn man auf den festen Halt sieht, den sie in der Liebe des Volkes besitzt. Ich kann Sie versichern, es gibt kaum eine evangelische Kirche in diesem Lande, von Grants Causeway bis Cap Clear — und ich bin stolz darauf es sagen zu dürfen, diejenigen, welche nicht echt evangelische sind, bilden nur die Ausnahme,— von welcher nicht wenigstens einmal des Jahres für die Sache Israels geredet wird, und ich denke wohl, das ist mehr als man von England behaupten kann. Ich sage ferner, was auch das Parlament in Betreff der (evangelisch bischöflichen) Kirche Irlands thun und beschlie ßen mag, der Segen Jehovahs muß auf eine Kirche Herabkommen, welche um den Frieden Jerusalems betet, und welche so lang dauernde und thatsächliche Beweise ihrer Liebe zu den verlorenen Schaafen vom Hause Israel gegeben hat. Der Bericht spricht allerdings recht besorgt von den Freunden Israels als einer verhältnißmäßig kleinen Zahl, und ohne Zweifel ist das eine betrübenswerthe Thatsache. Der Bischof von Mauritius hat schon auf die Ansichten und Meinungen Bezug genommen, welche weltliche Leute über den Gegenstand haben. Ich kann in Betreff der Weltmenschen, deren Bekanntschaft ich mich rühmen darf, nur sagen, daß in ihren Augen die Juden allein wegen ihrer Habsucht als geldliebende und gelderwerbende Leute und wegen ihrer Betrügereien oder Unehrsichkeit in Handelsgeschäften einen Unterschied von anderen machen. Es ist wirklich bewunderungswürdig, wie langlebig das Vorurtheil der Völker gegen die Juden ist. Erst vor 2 Tagen geschah eine höchst feindselige Aeußerung dieses Gefühls in dem spanischen Parlament, als ein geistlicher Abgeordneter aufstand und sprach: „was diese Juden beträfe, wie er sie voller Verachtung bezcichnete, so wäre Alles, was er ihrethalben sagen könne, dies, daß sie keines anderen Dinges fähig wären als der kleinen Industrie, des Verkaufs von Spielsachen und der Ausbesserung von Pantoffeln," eine Aeußerung, welche eine herrliche, fast möchte ich sagen, protestantische Rede herbeiführte, die wegen ihrer rednerischen Kraft und wegen der fast elek-