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Dibre Emeth · 1869-01-01 · 3-4 (1869) · page 32

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
25 (1869)
Issue
3-4 (1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 32)
Language
German
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64 zusagen. Damit aber würde Gott erst durch die Schöpfung „Liebe." Das ganze Alte Testament dagegen zeigt uns Gott als die ewige Liebe, und wenn sich Gott „Jehovah" nennt, d. h. „ich werde sein, oder ich bin, der ich sein werde," dann tröstet er Moses mit diesem Namen, damit er wisse, daß auch die Zukunft Ihm gehöre, weil Er eben ein Herr auch der Zukunft ist." Aber so gerade verweist er den Moses nicht allein auf seine Macht, sondern auch auf seines Herzens Sinn, der sich unwandelbar gleich bleibt wie seine Macht. Die Liebe in ihm ist der Grund, daß er sich treu bleibt in allen Erweisungen seiner Macht. Macht und Liebe aber ruhen in ihm ewig. Was ist jedoch Liebe anders, als ein „Sichhingeben an einen Anderen." Und eben darum, weil Gott ewig Liebe ist, muß auch in ihm ewig ein „Ich" einem „Du" gegenüberstehen, so daß ein wahrhaftiges Sichhingeben stattfinden kann. Die völlige Selbstlosigkeit aber dieser Liebe wird dadurch offenbar, daß es drei Personen eines Wesens sind, zwischen denen ewig ein solches Liebesbewegen ftattfindet; es hat eben bei der Liebe Dreier unter einander Keiner den Anderen ausschließlich für sich, sondern er öffnet sich Beiden ganz: nicht das Haben allein, sondern auch das Geben tritt ewig in der Gemeinschaft der Dreieinigkeit recht deutlich an den Tag. Aus dieser Liebe der drei Personen des in seinem Wesen einen Gottes erst wird es uns recht verständlich, warum Gott auch die Liebe gegen die Menschen ist. Run können wir es fassen, daß Gott Vater die Menschen im Bilde seines Sohnes schafft, um durch den heiligen Geist sie immer völliger in dieses Bild zu verklären. Und eben deshalb sällt uns auch darauf ein neues Licht, daß Gott Vater die sündlich gewordenen Menschen noch einmal durch den menschgewordenen Christus neu schaffen will, indem er das Leben dieses Christus durch den heiligen Geist in die Sünder einpflanzt, fortentwickelt und endlich zum Ziele der Seligkeit führt. Ob wohl diejenigen Juden, welchen wir das Christenthum zu verdanken haben, dennoch das Alte Testament richtiger und wahrer verstanden haben, das auf allen Seiten den heiligen Gott als den Gott der, Liebe kennen lehrt? Aber wir haben freilich nur einen Punkt in der jüdischen Lehre „von Gott" bisher betrachtet, wir haben betreffs desselben »och etwas hinzuzufügen und werden dann weiter fortfahren. (Fortsetzung folgt.) Dieses Bl. erscheint jährlich in 8 bis 10 Heften, zusammen 12—14 Bogen, preis für den Jahrgang 10 Sgr. In Cvmmisfio«: Carl Dülfer's Buchhandlung in BreSla«. Druck von C. H. Storch und Comp, in Breslau.

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