Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 25 (1869)
- Issue
- 3-4 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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54 Es ist freilich wahr, setzen wir hinzu, daß sogar die Juden theilweise eine eigenthümliche Beurtheilung für diese Vorkommnisse aus ihrer Mitte haben. Die Reformer selbst klagen z. B. in Berlin, daß, je prächtigere Synagogen entstehn, desto auffallender der Besuch derselben unter ihren Anhängern abnimmt. Und die orthodoxe Zeitschrift von Lehmann sagt daher, daß nicht religiöses Interesse, sondern Ruhmsilcht solche Bauten aufführen heißt. Die Juden beschuldigen sich gegenseitig, daß nur der Wunsch genannt zu werden in alle dem der treibende Faktor ist. Es sei zur Ehrensache geworden möglichst vorn an zu sitzen, und der Wunsch die eigene Stellung geltend zu machen bringe das gegenseitige Sichüberbieten bei der Verauktionirung der Synagogenplätze hervor. Daß die officiellen Organe jeder Partei von der ihren dies Letztere nicht zugeben, ist natürlich , aber nicht blos reißt jede Partei der anderen den Schleier ab, sondern auch in der Partei selbst hört man privatim überall das Eingeständniß, daß in Wirklichkeit das Motiv des Ehrgeizes die eigentliche Ursache ver großen Synagogenbauten sei. Auf wen machte es z. B. nicht einen höchst betrübenden Eindruck, wenn er in der großen Synagoge zu Berlin bei jedem Stück den Namen des Gebers und der Kosten seines Geschenks sich nennen lassen muß. „An heiliger Stätte, klagt jene oben genannte orthodoxe Zeitschrift, treibt man mit sich selbst den offenbarsten Götzendienst, oder findet sich mit Gott ab, um dann nur desto ungestörter seine eigenen Wege zu gehen." Ob etwa das Wort Jesu doch das rechte ist, wenn er bei den scheinbarsten Verherrlichungen des Judenthums nur sagt: „sie bauen der Propheten Gräber" und „sie sitzen gern oben an in den Schulen!" Um aber auf New-Pork zurückzukommen, so gibt es dort zwischen 20 und 30 Synagogen, zum Theil sehr schöne Gebäude, besonders zeichnet sich unter denselben eine portugiesische aus. Anderer Art ist die Mittheilung, daß sich in New-Aork eine Anzahl zum Christenthum übergetretener Juden zusammengethan hat, um ihren Brüdern nach dem Fleisch das Evangelium Jesu Christi zu bringen. Es ist ihnen gelungen schon Manchen zu der Erkenntniß des einen Heilandes zu führen. Mit ihnen haben sich andere Christen zusammengethan und eine Gesellschaft gestiftet, welche das Werk der