Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 25 (1869)
- Issue
- 3-4 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2554541-2554773-2554776--05095-2561043- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
49 Das Heiligthum erhebt sich sechs Stufen über dem Flur der Kirchstühle, und im Hintergründe deffelben befindet sich die Lade, über welcher eine andere Chorgallerie sich hinzieht, die von denen benutzt wird, welche die Antiphonien oder Responsorien singen. Auf der Erhöhung, die zu der Lade hinführt, sind das Lesepult und die Kanzel. Das Gebäude wird von Candelabern erleuchtet, die in gleichmäßiger Entfernung in den Chorgängen und vorn vor dem Heiligthum angebracht sind, und von zahlreichen Gasröhren an den Wänden in den Gallerten. Ueber der Lade befindet sich eine hebräische Inschrift in goldenen Buchstaben „höre Israel, der Herr, unser Gott, ist ein einiger Gott"; und über dieser Zuschrift auf 2 Tafeln die 10 Gebote, auf blauem Grunde in goldenen Buchstaben; während über dem Allen noch die Inschrift zu lesen ist: „Emanu-El“ (®ott mit uns), hebräisch. Alles zusammengenommen bietet das Innere einen reichen und schönen Anblick, weit dem überlegen, welchen man in den berühmtesten Gotteshäusern der Stadt empfängt. Der „Lutheran and Missionary“ fügt hinzu: Es war angezeigt, daß der Gottesdienst um 2 Vs Uhr Nachmittags beginnen sollte, und lange vor dieser Zeit befanden wir uns unter einer dichtgedrängten Schaar von Israeliten, die sich aus den Stufen der Vorderseite des Gebäudes von der heißen Septembersonne braten ließen. Aber zuletzt wurden die Thüren geöffnet, und wir wurden unter dem allgemeinen Stürzen und Drängen förmlich zerquetscht. Diener oder Beamte, welche besondere Abzeichen trugen, boten höflich Jedem, mit einem schönen Programm „der Ordnung des Gottesdienstes bei der Einweihung desEwauu-El-Tempels," ein Schristchen von 23 Seiten an, das auf der einen Seite hebräisch geschrieben war und aus der anderen die englische Uebersetzung aufwies. Man sagte uns, wir könnten jeden beliebigen Sitz einnehmen, mit Ausnahme des mittleren Chorganges, der sür die Damen zurückbehalten wurde, und wir fanden bald einen bequemen Platz unter der Gallerte in Nähe der Kanzel. Wir fanden, daß die Herren und Damen zusammen in den Kirchstühlen saßen, auf dem Hauptflure sowohl als in den Gallerten, und daß die Männer Alle ihre Hüte abnahmen, wie wir es in unseren Kirchen thun. 4