Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 25 (1869)
- Issue
- 3-4 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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48 Das Material, aus welchem das Gebäude aufgeführt worden, ist Sandstein von verschiedenen Farben, gebrochen in New-Brunswick, New-Jersey und Ohio. Der Baustyl ist ein zusammengesetzter, obgleich der maurische entschieden vorwiegt und dem Gebäude in mancher Beziehung eine Aehnlichkeit mit der Alhambra verleiht. Die Facade ist bewunderungswürdig proportionirt und reich an schöner Ornamentik. Capitäler mit Blätterwerk und Säulen in Bündeln an Thüren und Fenstern; leichte Zinnen treten aus den Strebepfeilern des Mittelschiffes und der Seitenschiffe heraus, während man an verschiedenen Theilen des Gebäudes besonders maurischen Zierrathen begegnet. Die vorzüglich schönen Proportionen des Tempels tragen sehr viel zu seiner Majestät und seiner Eleganz bei. Die inneren Verzierungen sind reicher, als die irgend eines gottesdienstlichen Gebäudes der Stadt. Die Fronten der Gallerien sind von Eichenholz, pannelirt in wunderschönem Styl. Die Wände und Decken sind mit Freskomalereien bedeckt. — Gold und blau, weiß, roth und schwarz so miteinander vermischt, daß es dem Ganzen des Gebäudes einen lichten und doch gedämpften Anstrich gibt. Drei große, rechtwinklige Sandstcinsäulen befinden sich an jeder Seite, mit den Seiten-Strebepseilern gleichlaufend. Aus diesen treten Bogen heraus, die nach vier gegenüberliegenden Punkten laufen, und mit andern Bogen zusammentreffen an der Spitze der Decke. Vor der Kanzel hat die Decke einen großen viereckigen Raum im Centrum, der schön mit Freskomalereien geschmückt ist. Die Wände unterhalb der Gallerien zeigen Freskomalereien in hellroth und gelb, während oberhalb der Gallerien blau, untermischt mit Silber und Gold, vorherrscht. Ausgehend von der Decke der Chorgallerie, das Gebäude entlang und über den Seitengallerien, befindet sich an jeder Seite eine Schallgewölbe- Gallerie, unter welcher Gasröhren mit Reflektoren hinter sich entlang laufen. Eine Folge der hellblauen und Silber-Decoration der Wände und des Tiefblau der Decken, verbreiten diese ein sehr mächtiges Licht über das Innere dieser Gallerien. Das bringt nun wieder, im Contrast zu dem gedämpfteren goldenen Licht, welches den eigentlichen Raum des Gebäudes erfüllt, wenn der Tempel ganz und gar erleuchtet ist, einen sehr angenehmen Effekt hervor.