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Dibre Emeth · 1869-01-01 · 3-4 (1869) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
25 (1869)
Issue
3-4 (1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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46 Gesellschaftsbauen, das doch nach den Ideen der Neuzeit der Welt das Heil bringen soll, die sittliche Fäulniß nur weiter um sich greift, und ganze Schichten auch im äußeren Leben immer tieferem Jammer entgegen gehen. Die Ehrlichen unter denen, welche Christum nicht mögen, kennen sehr wohl den eben geschilderten Schaden; es graut ihnen vor demselben, aber sie empfehlen uns stets nur die alten Mittel, welche als untauglich zur Heilung doch längst erfunden sind. Wer es versuchen will, der versuche es deshalb mit Christo, ob er ist, was er sich genannt hat, der Arzt der Kranken. Seit 1800 Jahren haben Unzählige es bekannt, daß sie durch diesen Jesus das gefunden haben, was Judenthum und Philosophie und Muhamedanismus und Constitutionen beschreiben, wo sie ihre tiefsten Gedanken aussprechen, aber nirgends zu verwirklichen im Stande sind. Wer den Willen Gottes thun will, nämlich Jesum als Helfer annehmen, der wird erfahren, wie Christus sagt, ob seine Lehre von Gott sei, oder ob er von ihm selber (aus eigener Meinung allein) redet. Wir wissen allerdings, daß unter den großen Gemeinschaften Jesus Christus nur immer in vorübergehenden Zeiten, z. B. den ersten 3 Jahrhunderten unserer Zeitrechnung, das Gesetz ihres Lebens geworden ist, und daß darauf immer wieder ein mehr oder weniger weitgreifender Rückfall stattgefunden hat. Das menschliche Herz meint nun einmal auf den Wegen der Augenlust, der Fleischeslust und der Hoffahrt selbst finden zu können, was ihm die demüthigende Gnade darbietet, und versucht es daher auf eigene Weise so lange, bis es völligen Schiffbruch erlitten haben wird. Gilt dies von der Geschichte der Menschheit im Allgemeinen, so haben aber zu allen Zeiten die Einzelnen, welche die Person Jesu Christi ihr A und O werden ließen, stets dasselbe an ihm gehabt; und die Rückkehr zum Alten, das heißt nicht zu diesen oder jenen Formen, sondern zu Christo selbst, als dem Quell alles Heils, hat stets unendliche Kräfte des Lebens in weiteren Kreisen erweckt. Hier allein, bei dieser Person Christi, bekennen die, welche ihn annehmen, daß, trotz des Fortschritts der Zeit auf dem Culturgebiet, nichts abgelebt sei, daß er derselbe uns ist gestern und heute, und alle Entwickelung unserer menschlichen Kräfte auch nicht das Geringste von ihm uns überflüssig und entbehrlich macht.

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