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Dibre Emeth · 1869-01-01 · 3-4 (1869) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
25 (1869)
Issue
3-4 (1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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34 Haupt, auch nach religiöser Beziehung hin, zurückzufallen. Durch ihre Verbindung mit den Juden theilten sie die Bedrängnisse derselben in dem römischen Kriege, flohen jedoch aus Jerusalem nach Pella im Gebirge. Später wohnten sie unter ihrem Bischöfe Symeon, Sohn des Kleophas, wieder in Jerusalem. Die Juden haßten sie als Ketzer (Minnim), und unter diesen Christen selbst erwachte die Streitfrage über die Verbindlichkeit des mosaischen Gesetzes von Neuem. So entstand die Partei der Ebioniten, welche am Gesetz, Beschneidung und Sabbath eben so festhalten wollten als am Christenthum. Eine andere Partei, „die Nazaräer," stand freier dem Gesetz gegenüber. Sie schlossen sich in dem neuerbauten Jerusalem, Aelia Capitolina genannt, nach Unterdrückung des Aufstandes des falschen Messias, des Juden Bar-Cochba, der Heiden-christlichen Gemeinde an. Je mehr aber das Christenthum an Ausdehnung unter den heidnischen Völkern gewann , desto mehr nahm die Partei der Ebioniten und Nazaräer ab und galt mit ihren Eigenthümlichkeiten bald als ketzerisch. Als Ketzer führt sie Epiphanius im 4. Jahrhundert an. Der Arianismus, der letzte Absenker der jüdischen Christuslehre, wurde von der allgemeinen Kirche siegreich überwunden. Berühmte Proselyten der ersten Jahrhunderte sind: Barnabas, Ariston aus Pella, Hegesippus, Epiphanius. Indessen entwickelte auch das Judenthum sein Lehrsystem um so energischer im Gegensatz zum Christenthum durch die Schulen zu Jabne, Tiberias nnd Pumbeditha. Was aber die Stellung des Staates in diesen ersten Jahrhunderten betrifft, so erließ er strenge Gesetze gegen die Juden, welche ihre Glaubensgenossen vom Christenthum zurückhalten wollten. Rückfall ins Judenthum wurde mit Confiscation des, Vermögens bestraft. Schon damals hörte man die Klage, daß die Gewaltmaßregeln des Kaisers Schaaren von Heiden und Juden rein äußerlich der Kirche zuführten. Die bestimmte Entgegensetzung des christlichen Sonntags und des jüdischen Sabbaths, sowie die Bestimmungen über die Tage der Osterftstfeier, machten den Riß immer größer. Sehr vorübergehend fand das Judenthum an Julian eine Stütze gegen das Christenthum.

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