Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 25 (1869)
- Issue
- 1-2 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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verklärte Israel wohnt zuletzt in seinem verklärten Lande in einem verklärten Leben. So lehrt die Schrift. Darum gilt es: „ich lasse, was dahinten ist, und strecke mich nach dem, was vorne liegt." Diese Worte möchten wir dem theuren Bruder zurufen, der mit unö nur einen Heiland Israels kennt, Jesum den Gekreuzigten. Alle, die den werthen Mann gesprochen haben, sind eins, daß die redlichste, uneigennützigste Gesinnung denselben erfüllt, und eben darum kann er auch weiter ein Segen für sein Volk werden. Daß er seine Kraft nicht zersplittere und so dem Werke schade, welches er treiben will, darum bitten ihn die herzlich, welche ihn lieben gelernt haben. Israel ist auch als Volk nicht verloren, das bekennen wir ihm, wenn gleich wir gegenwärtig wissen: „jetzt ist die Zeit der Völker" und „nur Etliche aus Israel werden heut selig." Aber das möchten wir nun auch den Christen an's Herz legen, Israels Zukunft nicht zu vergessen. Nichts kann Israel mehr reizen, als wenn wir mit dem Neuen Testament und dem Heidenapostel Paulus insbesondere bekennen, daß wir die Sache des alten Volkes Gottes hoch halten. Wir erwarten von Israel schließlich die Ausführung des Werkes Gottes zum Siege. Aber was die Apostel ein theilweise unerträgliches Joch nannten, jenes Gesetz Mosis, das ist es nicht, was Israel zu solchem Ziele führt, sondern die überwindende Macht der Liebe Christi, welche einst Israels Leben mit gleich überwindender Liebeskrast erfüllt. Im Alten Testament blieb es nur beim Antönen und Lallen, blieb eS nur bei lauter natürlichen Fingerzeigen, blieb es dabei, daß bei jedem Schritt und Tritt, beim Essen und Trinken, im Hause und auf dem Felde, unter Menschen und Thieren, kurz wohin Auge, Fuß und Hand reichten, lauter Bilder und Mahnungen des Zukünftigen dem Israeliten entgegentraten: es kommt aber eine neue Ordnung, da die Stützen und Stimmen von Draußen aufhören können, weil die Herzen inwendig vom heiligen Geist gelehrt werden. So will das Alte Testament verstanden werden, und wer eS so versteht, wird nicht rückwärts mehr blicken, sondern auf eine Erfüllung harren, die für Israel zwar schon im Anfänge gekommen ist, in der Vollendung aber alsdann eintritt, wenn daö ganze Volk Jesum als seinen Messias begrüßt. Daö Gepräge jener Zeit ist, wie der Ebräerbrief sagt, nicht das der Elemente, in denen das Reich Gottes des Alten Testamentes zur Erscheinung kam, sondern auch auf dem Gebiete des Natürlichen ganz und gar die Kraft des lebendig machenden Geistes. Dieses Bl. erscheint jährlich in 8 bis 10 Heften, zusammen 12—14 Bogen, preis siir den Jahrgang 10 5gr. I« Commission- Carl Dülfer's Buchhandlung in Breslau. Druck von <5. H. Storch und Comp, in BrMau.