Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 24 (1868)
- Issue
- 11-12 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2554541-2554765-2554772--05034-2560980- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
186 100,000 Israeliten, in Italien noch nicht 40,000, in Rom 4600, in Rumänien nach jüdischer Schätzung entweder 116,000 oder 300,000, in ganz Schweden etwa 1100. Außerhalb Europas hat man nicht so genaue statistische Ermittelungen angestellt. Doch wird die Anzahl der Juden in den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika auf 300,000 angegeben, und findet dahin fortdauernd eine starke Auswanderung besonders polnischer und russischer Juden statt; in Rio Janeiro, der Hauptstadt Brasiliens, leben 3000 Israeliten; in Persien 16,000; in Jerusalem 9000, die Hälfte der gesammten Bevölkerung. Die größte Anzahl derselben wohnt in absolut regierten Staaten oder in solchen, welche eine geringere' Ausbildung constitutioneller Institutionen aufzuweisen haben. Doch ist dies nicht eine Folge freier Wahl, sondern rückwärts liegender geschichtlicher Anlässe. Rivalität entstand in den Culturstaaten viel leichter als in den von einem unentwickelten Volke bewohnten, und eben diese Rivalität erweckte oft zugleich den religiösen Fanatismus. Die Verfolgungen, welche die Juden deßhalb in den eigentlichen Culturstaaten des heutigen Europa, das immerhin überhaupt den größten Theil des gesammten jüdischen Volksstammes in seinem Ländergebiet aufweist, erfahren mußten, drängten sie nach dem Osten zurück, während jetzt gerade die Staaten, welche in ihrer Verfassung das religiöse Moment am Wenigsten betonen und die Gewährung politischer Rechte von demselben nicht mehr abhängig machen, die größte Anziehungskraft auf die Juden ausüben. Nordamerika ist dafür ein schlagendes Beispiel. Eigenthümlich ist es, daß die starke Vermehrung der jüdischen Bevölkerung nicht aus einem im Verhältniß zur christlichen etwa vorhandenen größeren Geburtsüberschuß herzuleiten ist. In Preußen kommt schon auf 25 christliche Einwohner jährlich eine Geburt und dagegen erst eine auf 30 jüdische. Preußen ist aber nur beispielsweise genannt und steht in der genannten Beziehung nicht vereinzelt da. Das Anwachsen des israelitischen Volksstammes hat einmal seinen Grund in der geringen Zahl unehelicher Geburten. Zur Beschämung der Christen muß das Faktum, welches so eben angeführt ist, ausgesprochen werden. Freilich ist dabei nicht zu verkennen, daß äußere Umstände vorliegen, welche dem jüdischen Mädchen viele Versuchungen