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Dibre Emeth · 1868-01-01 · 9-10 (1868) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
24 (1868)
Issue
9-10 (1868)
Date
1868-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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130 genommen, aber nahm doch Anstand dies zu thun. Nach einer Viertelstunde kam er aber zurück und bat sich einen aus. Eines Tages kam ein Gelehrter vott einigem Rufe und erzählte, daß er viel über griechische und römische Helden geschrieben habe und eben im Begriff gewesen wäre, wieder über denselben Gegenstand zu schreiben. Jetzt aber hätte er sein Vorhaben aufgegeben, da er fände, daß die Helden der Bibel größer seien, als die Helden Griechenlands und Roms, und sie hatte» nun eine lange Unterredung mit ihm. Zwei Tage später kam er wieder und fragte, wo er ein griechisches Neues Testament bekommen könne. Herr Schlochow führte ihn in das Depot der Bibelgesellschaft, wo er sich ein solches kaufte. Ein anderer Herr, den Herr Schlochow nicht als einen Juden erkannte, nahm großes Interesse an der Ausstellung der Gesellschaft und sprach mit einer Theilnahme über das Werk unter Israel, wie es nur ein Christ thun konnte. Gegen das Ende der Ausstellung sagte Herr Schlochow zu ihm: „Sie wiffen, wer ich bin, nun möchte ich auch wissen, wer Sie sind." Er überreichte ihm nun seine Karte, und als Herr Schlochow einen jüdischen Namen darauf fand, fragte er, ob er ein Jude sei, worauf er die Antwort erhielt: „Ja, aber ich gehe niemals in die Synagoge." Als Herr Schlochow ihn besuchte, fand er, daß er das Neue Testament aufmerksam studirte. Er besitzt dasselbe in der griechischen, syrischen und französischen Sprache und erzählte Herrn Schlochow, daß er es aus dem Griechischen ins Französische übersetze. Ein sünfundstebenzig Jahre alter Jude kam öfter in das Haus der Ausstellung. Eines Tages machte ihn Herr Schlochow auf Jesaias 53 aufmerksam. Lächelnd sagte er: „Meinen Sie, daß ich nicht glaube, daß der Prophet von Jesus redet?" Dann erzählte er, daß er vor 20 Jahren in einer Diligence mit einem Missionare zusammen gereist wäre, welcher ihn auf daffelbeKapitel verwiesen, und seitdem hätte er die Gedanken, die in seinem Herzen aufstiegen, nicht loswerden können, bis er sich überzeugt hätte, daß Jesus wirklich der Messias ist. Er bedauerte, daß er seinen Namen nicht nennen oder Herrn Schlochow einladen könne, ihn zu besuchen, weil er von seinen Verwandten seiner Ansichten wegen schon sehr viel gelitten habe. Zum Schluffe erwähnt Herr Schlochow noch, daß viele hochstehende Personen das Depot besucht, ja selbst auch der Prinz

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