Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 24 (1868)
- Issue
- 7-8 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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128 Dr. Jolowicz hier abgelegt hat, die Augen öffnen; mögen sie endlich erkennen, wohin die sogenannte jüdische Reform, wohin die Geiger, die Mayer.., die Aub .. u. s. w. u. s. w. ihre irregeleiteten bethörten Gemeinden führen: zum reinsten Nihilismus, zur absoluten Religionslosigkeit, zum modernen Heidenthum." Solche Uebertritte sind betrübende Zeugnisse von traurigen Zuständen in der Christenheit nicht minder, als im Judenthum. Wie tief muß ein solcher „gebildeter Christ" gesunken sein, der auf solche Weise einen solchen Religionswechsel vornimmt!? Man meint oft auf Seiten der Christen, daß das Reformjudenthum dem Christenthum zugänglicher sei, als der jüdische Orthodorismus; sei dem aber, wie ihm wolle, Schreiber dieses kann und muß dem „Israelit" beistimmen, daß „die jüdische Reform," sich selbst überlassen, „zum modernen Heidenthum führt." Einzelne können und werden wol, wenn auch nur zum Scheine, mehr oder weniger zum Orthodoxismus zurückkehren, aber im Ganzen und Allgemeinen ist wol schwerlich eine solche Umkehr zu erwarten. Denn daß die aufgeklärten Herren sich unter das System und Joch des Talmud's ergeben sollten, ist ihnen doch weder zuzutrauen noch zuzumuthen. Viel wahrscheinlicher wird die sogenannte Orthodoxie von ihrem Halten an dem Talmud immer mehr herunterkommen, wie sich dies ja schon zur Genüge in dem Streben nach vollständiger Emancipation kundgiebt. Nach und nach kommt man dann dahin, eine Art Mittelweg einzuschlagen, eine Art Compromiß einzugehen, da man den Talmud nicht gradezu verwirft, ihn vielmehr rühmt, vertheidigt und ehrt, dabei aber auch zugibr, wie die allg. Z. d. I. thut, daß allerdings „Schatten" auch in demselben enthalten ist. Auf diese Weise kann sich dann ein Jeder nach seinem „Belieben" und nach seiner „Stimmung" Licht und Schatten auösuchen. Wir Christen aber wollen uns bei solchen Uebertritten der ernsten Mahnung erinnern: „Wer da stehet, sehe wol zu, daß er nicht falle"; und: „Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten, was der Mensch säet, das wird er ernten." Unser Heil steht allein bei dem Herrn, bei dem Jehovah, der unsere Gerechtigkeit ist; wer den Herrn verleugnet, verwirft sein Heil. Dieser Herr wolle sich Seines Christenvolkes und der bethörten Judenheit erbarmen, auf daß überall noch Viele gerettet werden, zu Ihm übertreten und sagen; „Ich bin des Herrn!" — Dieses Blatt erscheint jährlich in 8 bis 10 Heften, zusammen 12—14 Bogen. Preis fiir den Jahrgang 10 Sßr. I« Commission- Carl Dülfer's Buchhandlung in BreSlan. Druck von C. H. Storch und Comp, in Breslau.