Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 24 (1868)
- Issue
- 5-6 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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87 Literatur so unbewandert, daß er solche absurde Dinge zur Weltausstellung bringt. Im Gegentheil wissen wir recht gut, daß Professor Delitzsch ein sehr begabter Orientalist ist, wir kennen ihn und seinen europäischen Ms in der Gelehrtenwelt. Jedoch hindert dieses unS nicht, die Ungereimtheiten, die dieses Werkchen enthält, an den Pranger der Lächerlichkeit zu stellen, und es Anderen zu überlassen, darüber zu entscheiden, ob dieselben absichtlichen Verdrehungen oder oberflächlicher Behandlung des Stoffes-zuzuschreiben sind." Schon aus diesen Worten ist die Humanität zu ersehen, die der Verfasser des Artikels von der Weltausstellung mitgebracht hat; seine Auslassungen werden aber im übrigen Theil, besonders wenn er auf „das Treiben der Missionare," „der Seelenhändler" kommt, noch gemeiner und pöbelhafter. Doch diese Bitterkeit und Entrüstung gegen die Verbreitung christlicher Schriften unter Israel soll uns nicht irre machen; solche Ausfälle und Ergießungen zeigen ja deutlich, daß das Gelesene sich bewährt an dem Gewissen der Leser. Manche schimpfen und schmähen, Andere treiben ihren Spott und Witz mit den ernsten Wahrheiten, die ihnen zu Gemüthe geführt werden und meinen sie wegzuscherzen und wegzuwitzeln. Oft mag es gelingen, freilich nur zu desto größerem Schaden für den Witzling selbst, oft aber bleibt auch ein Stachel, der sich nur je länger desto tiefer hineinarbeitet in das Gewissen, bis der arme Mensch zuletzt doch der Wahrheit Gehör giebt, und der ursprüngliche „Spaß" ein sehr tiefer und heiliger Ernst wird. Aber nicht alle Juden sind so leichtsinnig und frevelhaft. Es giebt auch Viele, die, wenn auf einem oder dem andern Wege eine solche christliche Schrift in ihre Hände kommt, dieselbe sorgfältig verwahren und in einem entlegenen Winkel, oder im Walde, oder in der stillen Nacht bei kümmerlichem Lampenschein in ängstlicher Zurückgezogenheit aufmerksam und genau durchlesen und wiederholt lesen. Wie Mancher hat selbst ein Blättchen eines solchen, vielleicht von einem Andern zerrissenen Schriftchens gefunden und ist durch das Lesen desselben auf den Weg gewiesen worden, auf dem er nach und nach zur vollen Erkenntniß der heilsamen Wahrheit gelangt ist! So zahlreich daher auch die bereits vorhandenen Schriften für Israel