Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 24 (1868)
- Issue
- 3-4 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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61 und sein soll auf die Ankunft Jesu Christi, so ist als Thema die Frage aufgestellt: „Herr, wie sollen wir uns bereiten, Dich zu empfangen?" Die Antwort lautet: „1) Wir sollen einer dem andern gefallen zum Guten, zur Besserung; 2) Wir sollen in einerlei Sinn mit Einem Munde einmüthiglich loben Gott und den Vater unsers Herrn Jesu Christi; 3) Wir sollen thun, was wir können, daß Juden und Heiden Gottes Barmherzigkeit preisen." In dem dritten Theile nun heißt es: „Ist Jesus allein für uns gekommen? sollen wir allein Weihnachten feiern? Nein, Er ist auch für die Juden gekommen, auch die Juden sollen Weihnachten feiern. Wir lesen in unsrer Epistel, daß Jesus Christus ein Diener der Beschneidung gewesen ist, um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung, den Vätern geschehen. Und auch zu den Heiden will Jesus kommen, auch die Heiden sollen Weihnachten feiern, wie wir abermals lesen, daß die Heiden Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben steht: darum will ich dich loben unter den Heiden, und deinen Namen singen, und abermal: Freuet euch, ihr Heiden, mit Seinem Volk, lobet den Herrn, alle Heiden, preiset Ihn, alle Völker. Und wiederum heißt es: Die Wurzel Jesse, d. h. Jesus Christus, wird aufstehen zu herrschen über die Heiden, und auf den werden die Heiden hoffen. Wenn wir diese Worte ernstlich erwägen, meine Lieben, so müssen wir Christen erstlich eingestehen, daß es für uns eine Schande ist, daß in unserm Lande, in unfern Städten und Dörfern noch Juden sind. Das ist unsere Schuld. Denn wenn die Christen alle als Christen wandelten, wenn wir Christen den Juden christliche Liebe und christlichen Ernst bewiesen, wenn wir mit ihnen redeten über göttliche Dinge, ihnen die Herrlichkeit des Christenthums in allem unserm Wandel und unserm ganzen Leben vor Augen stellten, so würden fie sich entweder lange bekehrt haben von dem Jrrthum ihres Weges und Christen geworden sein, oder sie würden es unter uns nicht aushalten können und von uns wegziehen müssen. Aber was wollen wir antworten, wenn sie uns nun sagen: warum sollten wir Christen werden?