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Dibre Emeth · 1868-01-01 · 3-4 (1868) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
24 (1868)
Issue
3-4 (1868)
Date
1868-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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41 Wenn nun nach vielen Jahren der Verlassenheit auf Zion ein evangelischer Tempel erbaut ist, und ein evangelisches Bisthum daselbst gegründet ist, was kann allein ihr Zweck sein? Wenn wir den Gedanken des Königs, der zuerst dazu Anstoß gegeben und Wege geöffnet hat, nachgehen, was kann ihn dazu bewogen haben? War es allein der Wunsch auf dem heiligen, jedem Christen theuren Boden, auf welchem überdem die griechische und katholische Kirche festen Fuß gefaßt hatten, auch der evangelischen ihre berechtigte Stelle zu geben? Oder lag's ihm an, dort, wo der letzte Prophet, das Licht der Welt, die Strahlen seiner ewigen Wahrheit ergossen, da nun auch ihm zur Ehre die Leuchte des lauteren Evangeliums aufzustecken? Wer weiß eine Stätte, denn Zion, die Stadt auf dem Berge, die ein besseres Anrecht hätte der hehre Leuchter zu sein, der solche Leuchte der lauteren, ewigen Wahrheit trage? War es des Königs Begehr, da wo der ewige Hohepriester und Mittler der Menschheit sein vollgültiges Opfer gebracht, da ihm einen Tempel zu bauen, in welchem allein sein Opfer gilt für alle Zeit und die Vergebung aus Gnaden in seinem Blut gepredigt wird? War es ihm Herzenssache, nachdem er, ein irdischer König, den Thron seiner Väter bestiegen, an der Stätte, wo zu Hohn und Spott dem Dornengekrönten die Kniee der Henker grüßend sich beugten, da dem himmlischen König Herrschaft und Thron aufzurichten, daß ihm in wahrhaftiger Anbetung die Kniee der Gläubigen daselbst sich neigen? War es dies, dann kann des Vereines, der aus solchen evangelischen Gedanken geboren ist, Zweck und Aufgabe nur sein: „Um Zion willen, so will ich nicht schweigen, und um Jerusalem willen, so will ich nicht inne halten, bis daß ihre Gerechtigkeit aufgehe wie ein Glanz, und ihr Heil entbrenne wie eine Fackel!" Aber was für eine „Gerechtigkeit?" Ihre Werkgerechtigkeit, die sich stolz stützt auf ihre Leistungen und Tugend? Sie ist zu Schanden geworden, die pharisäische Gesetzesgerechtigkeit ist in Jerusalem bankerott geworden. Um ihretwillen ist Jerusalem geworden wie ein unrein Weib, ihre Gerechtigkeit ein unfläthig Kleid! Ihre Gesetzesgerechtigkeit? O, der Herr hat Jerusalem und ganz Israel ihre Fetzen in's Gesicht geworfen! „Seid ihr nicht die Kinder der Ueber-

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