Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 24 (1868)
- Issue
- 1-2 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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3 Leiden siegen durch Kindermord, und so verdient er die Taufe zu empfangen. Die Legende stammt aus der Römischen Kirche, darum sind es Petrus und Paulus , die ihn zum Römischen Bischof Silvester schicken. Die wirkliche Geschichte kennt keinen Zusammenhang zwischen dem Kaiser und Silvester. Die Legende überträgt nur die Macht, die Krankheit des Heidenthums zu besiegen, auf die Römische Kirche. Um des willen ist sie im Mittelalter in lateinischen und deutschen Schriften viel verbreitet worden. Mit Constantin ist das Römische Staatsleben, die Römische Zeitrechnung christlich geworden. Der erste Januar, der Beginn des römischen Jahres, war nun der Beginn einer christlichen Zeit. Es ist ein neues Römisches Weltalter, das begonnen hat. Der Name des Silvester bezeichnet den Eingang zu demselben. Mit Silvesters That schloß die alte Welt und das alte Leid; mit ihr begann ein neues Rom, welches ein christlicher Januar eröffnete. Daher wurde dem Silvester der 31. December als Erinnerungstag verliehen. Es war weder sein Geburtsnoch Märtyrertag, da er natürlichen Todes starb. Es war der letzte Tag der altrömischen Zeit darin abgebildet. Das Heidenthum ist vergangen und todt. Es wird am folgenden Tage alles neu und lebendig. Dasselbe deutet die zweite Legende in einem andern Bilde. In dem ersten zeigte sich die Ohnmacht der heidnischen Kunst, die Krankheit zu heilen, in dem zweiten soll die Machtlosigkeit und Halbheit der jüdischen Weisheit offenbart werden. Silvester ersetzt die erste durch seine Heiligung und beschämt die zweite durch das Gebet. 2) Die Kaiserin Helena hat davon gehört, so berichtet die Legende, daß Constantin ein Christ geworden sei. Sie soll eine Jüdin gewesen sein und billigt nun zwar, daß er den heidnischen Göttern entsagt, aber sie tadelt, daß er statt des jüdischen Gesetzes Christum bekennt. In Folge dessen fordert Constantin sie auf, sie solle mit jüdischen Gelehrten zu ihm kommen; er wollte sodann christliche Lehrer mit ihnen disputiren lassen. Dies geschieht. Ein Disput beginnt; nach dem Silvester elf jüdischen Gelehrten geantwortet hat, erhebt sich der zwölfte Zambri und spricht: Genug der Worte, laßt Thaten folgen. Er will den Beweis für seinen Glauben nicht durch Reden, sondern durch Kraft führen. Er besitzt den Namen des all- 1*