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Dibre Emeth · 1867-01-01 · 11-12 (1867) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
23 (1867)
Issue
11-12 (1867)
Date
1867-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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175 Man ist aber vielfach in Verlegenheit, welcher Bund gemeint sei, da sich doch in der Schrift nichts von der Schließung eines Bundes mit allen Völkern finde. Erinnern wir uns deßhalb, daß in der Schrift Thatsachen, welche deutlich an den Tag treten, bis auf ihre letzte Ursache verfolgt werden, und daß erst in Gott selbst das Forschen ausruht. Wenn z. B. die wilden Thiere dem Volke Gottes nicht schaden dürfen, führt der Prophet Hosea mit vollem Recht dies auf einen Bund Gottes mit den Thieren zurück (2, 18 vergl. Hesek. 34, 25. 28); der Prophet bezeichnet so die bestimmte Ordnung, welche von ihm den Thieren gesetzt ist. Aehnliches gilt nun von dem Bunde Gottes mit allen Völkern. Nachdem Israel in Verbannung-geführt war, sollte es fürs Erste einen andern Weg gehen als vorher, nicht mehr als selbstständiges Volk den anderen gegenüber, sondern, wie schon früher gesagt, als ein Theil derselben. Jeremias, Daniel, Esra, Nehemia setzen es überall als selbstverständlich voraus, daß Israel um Gottes Willen anderen Königen dienen muß. Den heidnischen Völkern und Fürsten hat Jehovah für einige Zeit eben einen besonderen Beruf gegeben, der schon oben angedeutet war, und wir sehn z. B. mit wie herrlichen Worten bei Jesaias von Kores, der in solchem Dienst Gehorsam leistete, gesprochen wird. Es gibt eben nicht bloß im Neuen Testament eine Zeit der Völker, sondern auch schon im Alten Testament ist eine solche vorhanden, wenn. gleich natürlich von niederer Bedeutung. Kores (Jesaias 44, 41) und sein Volk haben nicht den religiösen Beruf Israels empfangen, sondern die Aufgabe in ihrem Gebiet und durch ihre Macht für den Wiederbau des Reiches Gottes wirksam zu sein, wie ihnen z. B. die Neuansiedelung Israels in Canaan unv der Neubau der Stadt Jerusalem zufällt. Dafür wird ihnen aber die Erde übergeben. Von Israel sollte die Erkenntniß Gottes ausgehen, aber sein äußeres Leben in Abhängigkeit von den Jehovah gehorsamen Völkern einstweilen verbleiben. So war Israel der eine Theil seines Segens genommen. Unterwarfen fich die Völker demüthig dem ihnen von Israels Propheten zukommenden Worte Gottes, so sollten sie dafür mit dem Stabe Huld geweidet werden und die Herrschaft der Welt im fröhlichen Genuß des

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