Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 23 (1867)
- Issue
- 11-12 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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170 Andere Deutungen sind so verzweifelt, daß es sich nicht der Mühe lohnt, sie auch nur anzuführen. Richtig ist nur, daß unter den eigenen Hirten der Völker ihre Fürsten verstanden werden müssen, V. 5 ergiebt das ganz deutlich. Da ist nun wohl die Erklärung dieser Stelle die berechtigte, welche auf die 3 Weltmonarchieen, die chaldäische, die medopersische und die griechische weist. Auch stimmt hiermit, recht aufgefaßt, die Zeitangabe, daß dieselben in einem Monat vertilgt worden seien. Denn gleichwie die 70 Jahre des Daniel als ebenso viele Jahreswochen gezählt werden sollen, wird dieselbe Art und dasselbe Maß prophetischer Rechnung auch hier bei den 30 Tagen des einen Monats angewandt werden dürfen. Der Unterschied der Jahre und der Tage trägt nichts aus, da in beiden Fällen die prophetische Bezeichnung das ursprüngliche Maß überschreitet. Nennt doch mit eben solchem Recht das neue Testament die ganze Zeit seit Christo den letzten Tag oder gar die letzte Stunde. Die etwa 30 Tage des Monats ergeben dann nach Danielischer Rechnnngsweise 7 X 30, also 210 Jahre, und so viel Zeit ist ziemlich genau vom Fall des babylonischen Reichs bis zum Tode Alexanders verstrichen. Daß aber ein Monat und nicht so viele Jahre genannt sind, soll dazu dienen den treuen Dienst des Hirten um so deutlicher an das Licht zu stellen. Vertilgt er in der kurzen Zeit eines Monats 3 böse Hirten, dann ist er offenbar recht eiftig in seinem Dienst, und die Heerde hat allen Grund gegen ihn dankbar zu sein. Nichts läßt seine Fürsorge besser erkennen, als daß er so schnell für die Heerde eintritt, und daß er so scharfe schneidige Mittel gebraucht, um nur seine Huld sie ungestört schmecken lassen zu können. Er schont sich selbst nicht, sondern nimmt wiederholte Kämpfe für die Heerde auf; er wird aber auch nicht sicher, wenn er einen Sieg davon getragen, sondern ist beständig auf der Hut und darum stets mit dem gleichen Erfolg gekrönt. Durch Jehovah und die wunderbare Macht seines Worts, das die Propheten verkündigen und die Engel darnach ausführen, ist solches geschehn, aber die Bewohner der Erde haben den Dank dafür vergessen.