Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 23 (1867)
- Issue
- 7-8 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Vorgänger als ich selbst haben oft Gelegenheit gehabt zu sehen, daß die Juden nicht allein das Neue Testament annehmen, sondern es auch mit dem größten Interesse lesen. Sie haben von den Juden zu Jerusalem gehört, welche zu Dr. Barclay kamen und ihm sagten, daß die Christen ihr eigenes Gesetz nicht hielten, weil sie sich nicht steinigen lassen wollten. Ich war einige Zeit in Jspahan, wo sich eine große jüdische Gemeinde befindet, und viele Rabbinen pflegten zu mir zu kommen, die, wörtlich will das verstanden sein, oft vom Morgen bis zum Abend bei mir standen. Zuletzt hörten sie, daß ich sie verlassen wollte, und sie kamen zu meiner Wohnung und frugen mich, ob ich ihnen nicht etwas zum Andenken an meinen Besuch hinterlassen wollte. Ich sagte ihnen, daß ich ihnen den größten Segen gegeben hätte, den sie empfangen könnten, weil ich ihnen von unserem Herrn Jesus Christus gepredigt, aber sie wünschten etwas Greifbareres, sie wünschten, daß ich ihnen ein Geschenk an heiligen Schriften machte. Sie erzählten mir von ihrer Armuth, daß sie zu Grunde gerichtet wären durch eine Schätzung, daß es für sie sehr schwierig wäre, auch nur das tägliche Brodt zu erwerben, und selbst dies hätten sie kaum genug. So viele ich entbehren konnte, hinterließ ich ihnen, aber es waren nicht genug. Ihre armen Schulen enthielten 250 Kinder, und ich konnte ihnen kaum den zehnten Theil dessen hinterlassen, wüsste verlangten. Sie machten mir wiederholte Vorstellungen, machten ihre Forderungen so eindringlich, wie es allein morgenländische Bettler können, und zuletzt sagte ich: „Ich komme aus der Stadt Bagdad, wo Eure Brüder wirklich sehr reich sind; warum vermögt ihr diese nicht etwas für euch zu thun?" Aber sie sagten mir, diese wollten nichts thun; und als ich nun frug: „Wie könnt ihr erwarten, daß die fernen Christen Englands mehr für euch thun werden als Eure eigenen reichen Brüder?" da srug mich einer von ihnen „wenn Eure Almosen nicht besser sind als die Almosen der Schriftgelehrten und Pharisäer, was nutzen sie Euch?" Das war ein Beweis eines jüdischen Rabbi, der offenbar das Neue Testament studirt hatte. Ein ander Mal redete ich zu einem jungen Juden von der Pflicht die Schrift wohl zu erforschen, und er, in der lebhaften Art, welche unter sehr vielen Juden gewöhnlich ist, sagte: „Sie können mir ja nicht