Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 23 (1867)
- Issue
- 1-2 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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14 getödtet, sie beklagte diese Frevelthat um so mehr, da sie die einzige sei, die dem Judenthum in der langen Zeit von vier Jahrtausenden zur Last gelegt werden könne; aber sie wußte auch einen Entschuldigungs¬ und Rechtfertigungsgrund für die Juden anzugeben, nämlich den, daß sie nach dem Gesetz Moses nicht anders konnten, da nach ihren Begriffen von der Einheit Gottes dieser Jesus sie zur Abgötterei verleiten wollte, er also in ihren Augen ein falscher Prophet war, und als solcher den Tod verdiente. So wenig alle bisherigen Angriffe gegen das Neue Testament die Glaubwürdigkeit und Autorität desselben erschüttert oder gar umgestoßen haben, so wenig werden es auch die „Untersuchungen" des Herausgebers der Judenzeitung thun. Er speculiert aber auf Bundesgenossen unter den Christen, denn er schreibt „für diejenigen Christen, welche auch das Neue Testament der Prüfung unterziehen." Was für Christen er damit meint, sagt er deutlicher in dem unmittelbar vorangehenden Satze, der also lautet: „Für den schriftgläubigen Christen besteht die Frage (Haben wirklich die Juden Jesum gekreuziget?) gar nicht, ist sie rein unmöglich." Das ist ziemlich klar gesprochen. Mit „schriftgläubigen Christen" will er Nichts zu thun haben; seine Bundesgenossen müssen zugleich Gesinnungsgenossen sein, Männer, wie Strauß und Renan, oder solche, wie in Nr. 16 der Judenzeitung Seite 249, 1866 erwähnt werden, wo es in Mittheilungen aus „Paris" heißt: „Der Senat beschäftigte sich auch mit der Frage, welche, wie bekannt, den Protestantismus in Frankreich beschäftigt, und Rouland berichtigte: Es giebt in Paris einen reformirten Prediger, welcher „„die Göttlichkeit des Erlösers, seine Auferstehung,"" und andere von dem Evangelium ausgestellte Principien verneint. Es giebt in Paris.allein fünf und fünfzig Pfarrer, welche erklärt haben, „„sich von dem orthodoxen protestantischen Glauben zu trennen und öffentlich erklären, daß Jesus nur ein großer Mann gewesen sei."" — Also fünf und fünfzig protestantische Pfarrer in Paris allein erklären Jesum nur für einen großen Mann! Das wäre denn schon ein erkleckliches Bundesheer zur Bekämpfung der Lehre des Neuen Testaments von Jesu Christo, daß Er mehr sei, als „nur ein großer Mann," nämlich der Sohn Gottes! Wir wissen zwar nicht, wie viele prote-