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Dibre Emeth · 1866-01-01 · 11-12 (1866) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
22 (1866)
Issue
11-12 (1866)
Date
1866-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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und dieselben sind durch die heilige Taufe in die christliche Kirche ausgenommen worden. So sind „die Missionare mit den armen Falaschas verfahren." Dieses Verfahren hat den ganzen Zorn unsers Polemikers erregt. Andere Beschuldigungen weiß er nicht gegen sie vorzubringen und wird auch in Wahrheit keine anführen. Mit kaum zu verkennender Schadenfreude werden dann die schweren Drangsale erwähnt, die, wie wir auch in diesen Blättern erzählt haben, später über die Missionare kamen. „Der Israelit" sagt darüber: „König Theodor hat sie in's Gefängniß werfen lassen; sie sind gefesselt an Händen und Füßen unb werden von Zeit zu Zeit geschlagen und gefoltert." Dann wird folgendes Urtheil gefällt: „Ob die Herzen dieser Herren Stern, Brandeis u. s. w. wohl so verstockt sind, daß sie in ihrem traurigen Geschicke nicht die strafende Hand Gottes erkennen? Ob ihnen auf ihren Schmerzenslagern nicht die furchtbare Sünde, die sie nicht allein durch ihren eigenen Abfall, sondern noch vielmehr durch die schmähliche Verführung Unwissender begangen haben, in ihrer ganzen Erschrecklichkeit vor Augen tritt, ob sich während der Folterqualen nicht das jüdische Bekenntniß.. (Höre Israel) ihren Herzen und ihren Lippen entringt? Sicherlich, allein die Unglückseligen können doch nicht zurückkehren ..... Wer Viele zur Sünde verleitete, den lassen seine Vergehungen nicht dazu gelangen, Buße zu thun!" So schreibt „der Israelit" wörtlich. Es wäre vielleicht am Besten aus ein so liebloses Urtheil kein Wort zu erwiedern. Doch wollen wir einige Bemerkungen machen. Die „gefesselten, geschlagenen und gefolterten Missionäre" sollen „in ihrem traurigen Geschicke die strafende Hand Gottes für ihren eigenen Abfall und die Verführung" Anderer „erkennen." Unser Polemiker ist mit seinem Urtheil bald fertig. Ohne sich die Frage vorzulegen und zu erörtern, ob nicht etwa das ganze rabbinische Judenthum ein freventlicher Abfall vom biblischen Judenthum und somit von Gott selbst ist nach dem Wort des Herrn: Mein Volk thut eine zwiefache Sünde, mich, die lebendige Quelle, verlassen sie, und machen ihnen hier und da ausgehauene Brunnen, die doch löchricht sind und kein Wasser geben;" ohne zu fragen, ob Abfall vom rabbinischen Judenthum Sünde ist oder nicht, schließt

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