Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 11-12 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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auch die Bibel selbst, soviel als möglich , um ihren Hörem Gelegenheit zu geben, das Wort Gottes in der Ursprache oder in ihrer Landessprache zu lesen und sich so selbst zu überzeugen, daß die mündliche Predigt mit dem geschriebenen Worte übereinstimmt. Diese Verbreitung des ganzen Wortes Gottes in seiner Reinheit und Lauterkeit, ungetrübt von talmudischen oder andern menschlichen Satzungen und Beimischungen, ist, wie gesagt, das einzige Mittel, das die Mission anwendet, und von welchem sie Segen und allen Erfolg erwartet. Denn das Wort Gottes ist stark und mächtig, es ist der Hammer, der die härtesten Herzen zerschlagen kann, es ist der lebendige Same, der nicht todt in dem Menschen liegen bleibt, sondern von dem es heißt: „Gleich wie der Regen und Schnee vom Himmel fällt, und nicht wieder dahin kommt; sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und wachsend, daß sie giebt Samen zu säen, und Brod zu essen: also soll das Wort, so aus meinem Munde gehet, auch sein. Es soll nicht wieder zu mir leer kommen; sondern thun, das mir gefällt, und soll ihm gelingen, dazu ich es sende." Durch die Predigt dieses Wortes ist die Gemeinde Gottes im Alten, und die christliche Kirche im Neuen Testamente entstanden, erhalten und ausgebreitet worden.— Daß die Mission unter Israel durch dieses Mittel ihr Werk betreibt, kann und wird weder das Organ des orthodoxennoch das des Reformjudenthums leugnen oder bestreiten. Denn warum hat das Letztere seine Bibelanstalt in's Leben gemfen, und warum sammeln die Orthodoxen noch immerfort „Spenden," um auch eine Bibelanstalt zu Stande zu bringen? Beide Parteien, namentlich die Reformer, haben ja, wie wir auch in diesen Blättern seiner Zeit mittheilten, oft genug erklärt unter Loben und besonders unter argem Schmähen, daß die Missionare mit der Bibel kommen, aus der Bibel ihre Lehre beweisen, daß die Bibel in den Häusern der Christen sei, sie müsse auch in die Häuser der Juden kommen, nur nicht die von den Missionaren so viel verbreiteten Bibeln, die man leider so oft in Synagogen und jüdischen Schulen findet u. s. w. — Zwar haben die Missionare auch jederzeit andere kleine und größere Schriften verbreitet, die ebenfalls den Juden sehr verhaßt sind; aber wiewohl diese Schriften der Bibel keinesweges gleich zu stellen sind, so sind sie doch kein besonderes oder