Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 9-10 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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zu dessen voller Verwirklichung gelangen kann. Das Ideal, das wir unS vor Augen stellen, ist die Erfüllung der geoffenbarten Wahrheit Gottes in der Erlösung einer gefallenen Welt. Und wenn wir auf die Geschichte dieses großen Zweckes sehen, so sehen wir ihn auf jedem Schritte mit dem Schicksale des jüdischen Volkes verbunden. Beinahe 2000 Jahre vor der Erscheinung Christi finden wir die erste Offenbarung dieser Wahrheit, die Gott Abraham gab: „Gehe aus deinem Vaterlande, und von deiner Freundschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. Und ich will dich zum großen Volk machen, und will dich segnen, und dir einen großen Namen machen und sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen, und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden." Der Strom des Lebens floß dann fort, und die Juden blieben für Jahrhunderte das Volk Gottes. Dann trat eine Veränderung ein. Der Messias kam, und sie haben ihn beinahe 2000 Jahre hindurch verworfen. Sie sind jedoch selbst in ihrer Erniedrigung, in der Zerstörung ihrer heiligen Stadt Jemsalem und in ihrer Zerstreuung unter alle Völker auf Erden immer Zeugen für die göttliche Wahrheit geblieben. Mitten in dieser Zerstreuung thut sich immer noch eine Lebenskraft kund — eine verborgene Verheißung, welche an dieses Volk geknüpft ist. In dem merkwürdigen Kapitel Hesekiels, welches das Gesicht von den Tovtengebeinen berichtet, ist eine Verheißung enthalten nicht von einer buchstäblichen, sondern von einer bildlichen Auferstehung. Als der Prophet auf dem weiten Felde voller Gebeine herumgeführt wurde, sprach der Herr zu ihm: „Du Menschenkind, meinest du auch, daß diese Beine wieder lebendig werden?" Und er antwortete: „Herr, Herr, das weißt du wohl." Zuerst kamen die Gebeine zusammen, und bildeten sich zu Körpern, „es war aber noch kein Odem in ihnen." Und dann sagte der Herr: „Weissage zum Winde; weissage, du Menschenkind, und sprich zum Winde: So spricht der Herr, Herr: Wind, komm herzu aus den vier Winden und blase diese Getödteten an, daß sie wieder lebendig werden." Und der Prophet weissagte, wie ihm der Herr geboten hatte, „und der Odem kam in sie, und sie wurden wieder lebendig und richteten sich auf ihre Füße, und ihrer war ein sehr großes Heer."