Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1866-01-01 · 9-10 (1866) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
22 (1866)
Issue
9-10 (1866)
Date
1866-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2554541-2554749-2554755--04574-2560507
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

181 erwähnt, daß der 14. und 15. Tag des Monates Adar zur Erinnerung an die Errettung Israels aus Hamans Hand als Purimfest gefeiert werde. Und wie also der Monat Adar den Juden sage, daß fie in vergangener Zeit aus Roth und Elend zu Freuden und Wohlstand übergegangen seien, so könnten sie auch jetzt am Purim ihr Besreiungsfest feiern. Darum aber gezieme es sich, der trauernden Brüder im Lande ihrer Väter zu gedenken. Dort hat bekanntlich im letzten Jahre große Noth geherrscht, da der Herr das Land mit Heuschrecken, Theuerung und Cholera stark heimgesucht hat. Der Verfasser führt ein Schreiben aus Jerusalem vom Oberrabbiner an, in welchem für empfangene Geldsendungen gedankt und der großen Noch gedacht wird, die noch in Jerusalem vorhanden ist. Dann heißt es weiter: „ Fast gleichzeitig mit diesem Schreiben aus Jerusalem erhalten wir eine Würtembergische Zeitschrift, in welcher zwei Briefe des Bischofs Gobat aus Jerusalem, des Vorstehers der dortigen Mission, mitgetheilt werden. Der Herr Bischof giebt eine herzerschütternde Schilderung von dem Elende, das unter den Israeliten der heiligen Stadt herrscht: er theilt mit, daß er angelegentlichst, namentlich die israelitischen Wittwen und Waisen unterstütze, um sie dadurch dem Religionswechfel geneigt zu machen. Der Herr Bischof bittet seine christlichen Freunde in Würtemberg um reichliche Spenden für die hungernden Israeliten; da die Nahrungsmittel fünfmal, zum Theil achtmal so theuer seien wie in früheren Jahren, so ergäbe sich für die hilfespendende Mission ein ergiebiges Feld. Der Herr Bischof sagt wörtlich: „ „Ich muß ihnen noch bemerken, daß die Theuerung und die Cholera nebst der Hilfe, die den Juden (von den Missionären) geworden ist, vielen unter ihnen das Herz erweicht und dem Evangelium zugänglich gemacht hat." " „Halten wir die beiden Briefe von so entgegengesetzten Seiten zusammen. Das Rabbiner-Comite schreibt, daß ihm das Herz blute, weil es nach Brod jammernde Wittwen und Waisen leer zurücksenden muß, — muß, weil es nicht ausreichende Mittel hat, alle Hungrigen zu speisen. — Der Herr Bischof hingegen ist immer zur Hilfe bereit, ihm strömen Hunderttausende aus England, Deutschland rc. zu, er 9*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.