Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 7-8 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554749-2554754--04558-2560490- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
116 an sie abzuschicken, um womöglich sie anzukaufen und sich auch zu bemühen, zwei chinesische Juden mit sich zu bringen. Ich muß auch erwähnen, daß man in den meisten Theilen Chinas von diesen Juden annimmt, daß sie nur eine besondere Abtheilung der muhamedanischen Religion sei; aber in Kaefungfoo unterscheiden sie die Leute als ein Volk, das die Gewohnheit hat, die Sehnen auszuschneiden in augenscheinlicher Hindeutung auf den Umstand, der im ersten Buche Moses mit Bezug auf das Ringen Jakobs mit einem Engel und auf das Verrenken seiner Lende berichtet wird. Was für uns aber von noch größerem Werthe war, ist das, daß es ihnen gelang, sechs Rollen anzukaufen — große, aus Schafleder bereitete und zusammengenäthe Pergamentrollen, wofür unsere Abgesandten die Summe von 140 Pfund — etwa 935 Thaler — bezahlten. Zuerst fanden wir uns getäuscht, denn wir meinten, daß wir in ihnen nur die Hälfte der Bücher Moses finden würden; aber bei näherer Prüfung fanden wir, daß wir im Besitze von sechs vollständigen Exemplaren der hebräischen fünf Bücher Moses waren. Fünf dieser Exemplare wurden nach London, in das Amtslocal der Londoner Missionögesellschaft für Israel, gesandt mit der Bitte, die man ohne Zweifel auch gern erfüllt haben wird, daß, während sie das eine Exemplar für sich behalten, sie ein anderes, an das britische Museum senden und die übrigen drei an öffentliche Bibliotheken vertheilen möchten. Ein Eremplar behielten wir in China, wo es uns, wie ich hoffe, als ein interessanter Gegenstand für das Studium chinesischer Christen gewesen ist. Ihr könnet vielleicht fragen, was der Erfolg dieser Gcsandschaft gewesen ist? Ich glaube, Ihr werdet alle zugeben, vaß, obschon keine direkten Erfolge für die Mission aus dieser Untersuchung geflossen sind, Ihr doch die Genugthuung hegen dürft, daß Ihr mit dieser Summe, die Ihr für die hebräischen Handschriften bezahlt habt, dazu beigetragen habt, diesen Rest des jüdischen Volkes von dem Untergange zu retten, in welchen er nach dem Urtheile aller competenten Beobachter in wenig Jahren verfallen sein müßte, wo alle Spuren ihrer jüdischen Abkunft verwischt und sie selbst von den sie umgebenden Muhamedanern verschlungen sein würden. Auch glaube ich, daß wir uns Glück wünschen dürfen zu der Thatsache, daß wir in