Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 7-8 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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98 Folgenden einige Auszüge aus einem alten Schriftchen aus der Reformationszeit zu übersenden, das mir unlängst ein Freund aus seiner Bibliothek als ein Merkchen zum Durchlesen anbot, das mich gewiß interessiren würde. Wenn auch der Gegenstand, den das Schriftchen behandelt, für uns jetzt wenig oder gar keinen Werth und Bedeutung hat, da die Verhältnisse in unfern Tagen ganz andere sind, als zu jener Zeit, so ist es doch interessant und wichtig, die damaligen kennen zu lernen und besonders wichtig ist es zu sehen, wie unsere lutherische Kirche von Anfang an die Judensache angesehen und die dereinstige allgemeine Bekehrung Israels als eine göttliche Verheißung festgehalten, auch an die Mittel und Wege gedacht, durch welche sie zur Erfüllung jener Verheißung beitragen möchten. Der Titel der Schrift heißt: „Rathschlag Ob Christlicher Obrigkeit gebüren möge, das sie die Jüden unter den Christen zu wonen, gedulden, und wo sie zu gedulden , welcher Gestalt und maß. Durch die gelerten am Ende des Büchleins verzeichnet, zugericht." Jesaia (65) LXV. Cap. „Ich werd gesucht von denen, die nicht nach mir fragten, Ich werd funden von denen, die mich nicht suchten, und zu den Heiden, die meinen namen nicht anrufen, sage ich, Hie bin ich, Hie bin ich rc." „Gedruckt zu Erffurdt durch Christoffel Golthammer. Anno domini MDXXXIX." Die Namen der am Ende angeführten „gelerten" sind: „Martinus Bucerus. — Johannes Kyemus. — Dionisius Melander. — Johannes Lenpngus. — Justus Winther. — Johannes Pistorus Niddanus. — Caspar Kauffungen." „Zu Cassel Anno domini XXXIX." In dieser Schrift wird „dem Durchleuchtigen und hochgebornen F. und H. Herrn P hilipse n Landgraven zu Hessen rc." ein „Vorschlag" ertheilet und „übergeben, wie die Juden zu dulden sein sollen." Dieser Vorschlag ist in folgenden 7 Artikeln ausgesprochen: „1) Daß sie möchten keuffen und verkeuffen, doch inn den Stedten da kein zunfft were, wo sie die zunfft nicht leiden möchten.