Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 3-4 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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63 sichtig, denn er sagt: „Ob aber die Juden würde ärgern, daß wir unfern Jesum einen Menschen und doch wahren Gott bekennen, wollen wir mit der Zeit auch kräftiglich aus der Schrift bessern. Aber es ist zum Anfang zu hart, laß sie zuvor Milch saugen, und aufs Erst' diesen Menschen Jesum für den rechten Messias erkennen. Darnach sollen sie Wein trinken, und auch lernen, wie er wahrhaftiger Gott sei; denn sie sind zu tief und zu lange verführt, daß man muß säuberlich mit ihnen umgehen, als denen es ist allzusehr eingebildet, daß Gott nicht möge Mensch sein." Unser Freund macht nun in seinem Schreiben einige nachträgliche Bemerkungen zu dem Artikel in Nr. lu. 2: „Napoleon's Vorwort und die Juden." Wir bedauern sehr, daß es der Raum nicht gestattet, diese Bemerkungen hier gleich folgen zu lassen, und wir daher genöthigt sind, sie erst in die nächsten Nummern aufzunehmen. Die Verjudung des christlichen Staats. (Leipzig, H. Matthes 1865.) Dies der Titel eines Schriftchens, welches sich als „ein Wort zur Zeit" bezeichnet und hier als „zweite Auflage" auftritt. Auch die Thorheit hat ihre Zeit, und jede Zeit hat ihre Thoren. Einen höchst wichtigen Rath will der Verfasser seinen Zeitgenossen geben, und schreibt mit einem Unverstände, der des Tollhauses werth ist. Es handelt sich hier nicht von „Dingen des Glaubens, nicht vom Judenthum gegenüber dem Christenthum als Religion, nicht vom Kirchlichen, sondern nur vom Menschlichen des Juden." Denn der eigentliche Begriff des christlichen Staates geht dem Verfasser über die Grenzen der Dogmatik und des ganzen kirchlichen Bereiches weit hinaus: „Der christliche Staat ist, mit einem Motte gesagt, die Civilisatio n!" Dann ist freilich der Kaiser der an der Spitze der Civilisation stehenden großen Nation der „allerchristlichste" Kaiser. Diesem christlichen Staate, „in welchem ein Jeder nach seiner Faxon selig werden kann," droht neue Gefahr durch die Juden, nicht durch ihre Religion, sondern durch ihr Wesen, durch ihr physisches und moralisches Verhältniß zur Civilisation im Allgemeinen. Die Verjudung des