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Dibre Emeth · 1866-01-01 · 3-4 (1866) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
22 (1866)
Issue
3-4 (1866)
Date
1866-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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SS Pastor verkündigte Wort Gottes aus anderm Munde bestätigt zu hören und von den Schweftergemeinden Kunde zu erhalten. — So sehr alle diese Gnadenbeweise des Herrn zum innigsten Danke stimmen, so wenig hat es im verflossenen Jahre im heiligen Lande an mannigfachem Kreuz und schwerer Trübsal gefehlt. Wassermangel, Heuschrecken, Arbeitsstockung und Cholera haben nach einander drückende Noch herbeigeführt, unter welcher noch heute unsere Brüder und Schwestern im heiligen Lande seufzen. Welches Elend diese wenigen, aber inhaltsschweren Worte in sich fassen, vermögen wir hier in den geordneten Zuständen der Heimath kaum zu ahnen. Wenn ich aber daran gedenke, wie selbst wir in Belgrad, das doch von zwei großen Strömen, der Donau und Save umflossen wird, in dürren Jahren uns genöthigt sahen, für unfern kleinen Haushalt manchmal täglich bis zu 10 Sgr. an Wasser zu bezahlen, so kann ich mir wohl denken, welch eine Noch in Jerusalem, welches meilenweit vom Jordan entfernt ist, entstehen mag, wenn die Brunnen versiegen und dieCisternen kein Wasser mehr liefern. Wenn ich daran gedenke, wie einst in Galatz beim hellsten Sonnenschein eine schwarze Wolke die Lust verfinsterte und zahllose mattgewordene Heuschrecken auf uns herabregnete, so kann ich mir ein Bild davon machen, wenn solche Wolke, wie es im heiligen Lande von Gaza bis zum Libanon geschah, sich niedersenkt auf die grünenden und blühenden Gefilde und auf die der Ernte nahen Weizen- und Gerstenfelder, und die üppigsten Auen durch die gefräßigen Milliarden von Thierchen sich plötzlich zu einer trostlosen Einöde verwandeln, und die Arbeit eines ganzen Jahres in wenigen Augenblicken vollständig zu Grunde gerichtet wird. Zum Glück widerstanden die reifen Getreidekörner durch ihre Härte dem weichen Gebiß der Heuschrecken, so daß eine eigentliche Hungersnoth durch Gottes Gnade verhütet wurde, aber doch eine große Theuerung viel Sorge machte. Noch inmitten dieser Noch begann besonders in den Hafenstädten die Cholera ihre Verwüstungen, so daß aus Gesundheitsrücksichten Jerusalem vollständig von allem Verkehr mit denselben abgeschlossen ward, — auch die von Breslau aus gesandten Kisten mit Kleidungsstücken mußten Monate lang uneröffnet in Jaffa liegen bleiben — und alle diejenigen ihr Brot verloren, welche lediglich von diesem Verkehre nach

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