Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 3-4 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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38 und deß Königreich reichet vom Aufgang bis zum Niedergang und bis an die Enden der Erde. — Es ist die Stätte, wo Salomo, der Friedenskönig, thronte, in seiner Weisheit und Herrlichkeit angestaunt I von fernen Nationen. Hier baute er das Wunderwerk des Tempels 1 Jehovahs; hier huldigte ihm die Königin von Saba, beglückt, zu q seinen Füßen sitzen zu dürfen. — Hier fand Sanherib, der Lästerer - des Herrn, ein schnelles Grab für seine Hunderttausende, damit alle Welt erkennete, wie die Stadt Gottes sein lustig bleiben müsse mit ihren Brünnlein, weil Gott bei ihr drinnen, und hilft ihr frühe. — Hier ist die Stätte, wo Gott auch Seinen Zorn offenbarte. Als Sein Volk sich von ihm wandte, da wandte Er sich von Seinem Volke, und Babels Schaaren breiteten sich aus wie eine gewaltige Zucht- und Zornesruthe; die zerschlug die Herrlichkeit Jerusalems und peitschte hinweg seine Kinder. Da saß Jeremia auf den wüsten Trümmern. Da mahnte er: Laßt euch Jerusalem im Herzen sein; gedenket des Herrn im fernen Lande! Und als sie des Herrn gedachten, da gedachte derHerr auch ihrer und führte sie zurück. Und aus den Trümmern erhob sich Jerusalem, aber gleich einer Lehmhütte, da es sonst ein Palast gewesen. Doch sollte die Herrlichkeit des zweiten Tempels größer! sein, als die des ersten; denn zu ihm kam der Herr, den Israel suchte, und der Engel des Bundes, den es begehrte. Unweit Jerusalems betrat das fleischgewordene Wort die fluchbeladene Erde. Das Jesuskind kam frühe schon zum Tempel, um Simeon's und Hanna's altersschwache, glaubenshelle Augen zu erquicken. Und später kam der Mann, der mächtige Prophet. In Jerusalems Straßen ist Sein heiliger Fuß gewandelt; in seinen Thoren, in Seinem Tempel hat Er gepredigt das Wort vom Reiche. Hier hielt Er königlichen Einzug; aber hier ist auch Gethsemane, das Seinen Kampf sah mit den Höllenpforten und dem Todesfürsten. Das ist der Platz, wo das wüste, tolle „Kreuzige" ertönte, — der Marterweg, auf welchem man den Kreuzbeladenen schleppte. Und sieh dort Golgatha, den höchsten aller Berge: denn er trug das Kreuz, an dem der Gottessohn blutete. Sein Boden trank das heilige Blut, das für die Unheiligen strömte. Gab's jemals größere That unter allen großen Thaten, die die Erde sah?! — Schau nahebei das Grab, dahinein man Ihn legte,