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Dibre Emeth · 1866-01-01 · 3-4 (1866) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
22 (1866)
Issue
3-4 (1866)
Date
1866-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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35 Stadt, welche verworfen hat die Propheten und getödtet den König der Ehren, den Du zu ihr gesendet hast. Wie des Feuers Flamme das Stroh verzehrt und die Lohe die Stoppeln hinnimmt, also hast Du den Ruhm Deiner Tochter und die Stärke Deines königlichen Volkes hingerafft, weil sie Dein Gesetz, Herr Zebaoth, verachtet, und die Rede Deines Heiligen in Israel verlästert haben. Verstockt sind die Herzen des Volkes Deiner Wahl, dick ihre Ohren und blöde ihre Augen. Darum ist die Stadt wüste, die Häuser ohne Leute und das Feld öde geworden. Doch der Herr wird nicht immer hadern noch ewiglich zürnen. Zwar thronest Du, Herr Zebaoth, auch jetzt noch in fleckenloser Gerechtigkeit über dem abtrünnigen, sündigen Volke. Aber die Zeiten des alten Bundes, da nur die Seraphim auf unentweiheten Lippen Deinen dreimal heiligen Namen tragen durften, haben ihr erbarmungsreiches Ende gefunden in der glorreichen Offenbarung Deiner ewigen Liebe, die unter der Sünder Gemeinschaft getreten ist in der Leutseligkeit Deines Eingebornen voller Gnade und Wahrheit. In Christo Jesu, Deinem Sohne, unserm Herren, dürfen wir wiederum das Abba, lieber Vater, beten. In Christo Jesu hast Du zubereitet allen Völkern das Heil; in Christo Jesu wirst Du auch annehmen aufs Neue das Erstlings-Volk Deiner Wahl, die Söhne Deiner Tochter Zion. Dein Bund und Testament fällt nicht hin. Aus Israels Fall ist den Heiden Heil wiederfahren und sein Schade ist der Welt Reichthum geworden. Aber hast du auch von dem zahmen Oelbaum eine zeitlang — damit das Volk erkenne den Ernst seines Gottes — den Schmuck der Blätter und die Zier der Frucht abgestoßen, so soll dennoch, nachdem der Heiden Fülle eingegangen ist, der Stamm wiederum ausschlagen und grünen und blühen und Frucht bringen auf dem heiligen Berge Zion. Darum gilt auch uns, die wir zehren von der Fülle Israels, das zum Dank gemahnende Prophetenwort: „Redet mit Jerusalem freundlich und prediget ihr, daß ihre Ritterschaft ein Ende hat, denn ihre Missethat ist vergeben." Wie von dem heiligen Berge zu uns hergeflossen ist der Strom der Gnade, so sollen wir Gott unfern Dank opfern und Kraft seines Befehls die Ströme zurückleiten in die zur Wüste verkehrte Stadt. Deinem gesalbten Knechte, Friedrich Wilhelm IV., den Du bereits 3*

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