Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 1-2 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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haben, wie bei den Juden; denn unter uns Christen ist es ja gar nichts Neues, was Napoleon sagt, da wir diese Wahrheit, die Juden haben Jesum, ihren Messias, gekreuzigt, oft im Neuen Testament lesen. Wenn aber die Juden solche Kritiken gegen ein so bekanntes Factum schreiben und in die Welt schicken, so fürchten wir, daß sie selbst durch eine solche Sprache die kaum erstorbenen Leidenschaften aufregen und zwar dies um so mehr, da der „Israelit" neben seiner oben erwähnten fanatischen Verachtung dessen, der der ganzen Christenheit heilig ist, nämlich Jesus der Gekreuzigte, gar kein Bedenken trägt, die gebildeten Christen sammt und sonders als elende Heuchler und Lügner anzusehen, die selbst an gar keinen gekreuzigten Messias glaubten. Denn die Worte: „Man wird sagcit, der in Rede stehende Passus aus der Vorrede zum Leben Cäsars sei nur eine Redefignr, nur ein Vergleich, der an eine Vorstellung anknüpft, die im Volke gang und gäbe ist" — diese Worte des „Israelit" können doch wohl nicht anders verstanden werden, als, das einfältige dumme Volk huldigt blindlings der hergebrachten Vorstellung vor einem gekreuzigten Messias; aber der aufgeklärte Theil weiß recht gut, daß dies nur eine Redefigur, nur ein Vergleich und weiter Nichts ist. Die Anklage ist freilich schrecklich und schmerzlich; ihre Wahrheit aber kann doch nun einmal nicht weggeleugnet werden. Das Bestreiten und Leugnen dieser Wahrheit und somit einer Schuld, die auf Israel lastet, verbunden mit solcher Beschuldigung gegen die ganze Christenheit, kann weder Zutrauen noch Liebe erzeugen; und gewiß hätten die jüdischen Blätter vernünftiger und besser gehandelt, wenn sie bei der Anklage geschwiegen und einen prüfenden ernsten Blick in ihr eigenes Herz gethan hätten. Es bleibt einmal dabei: „Wer seine Missethat leugnet, dem wird es nicht gelingen; wer sie aber bekennet und lässet, der wird Barmherzigkeit erlangen." Spr. 28, 13. Wollte Gott, ganz Israel in allen Landen erkennete und bekennete seine Schuld; „auf daß da komme die Zeit der Erquickung von dem Angesicht des Herrn, wenn er senden wird den, der auch jetzt zuvor geprediget wird, Jesum Christ." In Commission; Carl Dülfer's Buchhandlung in Breslau. Druck von C. H. Storch und Comp, in Breslau.