Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 1-2 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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11 verbunden habe." Dies sei „sicherlich kein glücklicher Gedanke des Verfassers und man sehe ihm den Zweck allzusehr an. Cäsar und Napoleon sollen zu Messiasen der Menschheit gestempelt werden und der Cultus des letzteren selbst eine religiöse Färbung annehmen." Ob der Kritiker mit der letzten Bemerkung den Sinn und Geist Napoleons richtig charakterisirt, oder ob er ihm fälschlich Etwas andichtet, mag dahin gestellt bleiben. Aber wundern muß man sich, wie jetzt erst mit einem Male die Judenzeitung zu solcher Einsicht gelangt, und noch mehr, wie sie einen solchen Sinn in Napoleon mißbilligen kann, da doch grade die Juden mehr als einmal, wenn wir nicht irren, gotteslästerlicher Weise das napoleonische Kaiserthum als das messianische Reich begrüßt haben. Wenigstens erinnern wir uns sehr wohl, wie sie bei der Geburt des kaiserlichen Prinzen die messianische Weissagung Jes. 9,6: Uns ist ein Kind geboren u. s. w., auf denselben bezogen. Zuerst haben die Juden selbst den Kaiser Napoleon, so zu sagen, als ihren Messias ausgerufen, nun er sich aber selbst also betrachtet, wollen sie es ihm zum Verbrechen anrechnen, weil er eine Wahrheit ausspricht, die sie nicht hören wollen. Diese Wahrheit ist in folgendem Satze des napoleon'schen Vorwortes enthalten: „Glücklich die Völker, welche sie (— die Messiase —?) verstehen und ihnen folgen! Unglücklich die, welche sie verkennen und bekämpfen! Sie handeln wie die Juden, sie kreuzigen ihren Messias; sie sind blind und schuldvoll: blind, denn sie bemerken nicht die Machtlosigkeit ihrer Bemühungen, um den endlichen Triumph des Guten hinauszuschieben; schuldvoll, denn sie verzögern den Fortschritt, indem sie dessen schneller und fruchtbringender Anwendung Hindernisse in den Weg legen." Dies sind also die den Juden so anstößigen Worte Napoleons. Der einfache Gedanke in demselben, gegen den die Juden gewaltig protestiren, ist also der, daß Napoleon sagt, sie haben ihren Messias gekreuzigt. Da wird nun freilich Jedermann denken, das ist doch gar keine neue oder erst jetzt entdeckte und ausgesprochene Wahrheit, sondern eine alte bekannte Sache, wie soll und kann denn ein solches Wort die Juden so verletzen? Man höre!- Die Kritik der Judenztg. lautet also: