Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 1-2 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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3 Dank- und Lobliede, wie wir es in Cap. 3 lesen. Aber nicht dem Propheten allein soll diese Weissagung zum Tröste gereichen, sondern auch andern Gläubigen in Israel und besonders den künftigen Geschlechtern, daher befiehlt ihm der Herr, dieselbe auf Tafeln deutlich zu schreiben, daß sie dem Leser geläufig sei, und in einer Überschrift von vorn herein darauft'hinzuweisen, daß „diese Weissagung einst wird erfüllet werden zu seiner Zeit" oder (wie die Tertworte auch übersetzt Werden können), „daß es noch eine Weissagung für die (bestimmte) Zeit giebt, die auf das Ende deutet" oder „dem Ende zueilt und nicht lügt." Damit aber Zweifler und Kleingtäubige später nicht verzagen, wenn die Weissagung nicht sogleich nach ihrem Wunsche erfüllt wird, werden noch dieWorte hinzugefügt: „Ob sie verzeucht, so harre ihrer, sie wird gewißlich kommen und nicht ausbleiben." Wie ermunternd, wie belehrend find diese letzten Trostworte, ja dieser ganze Vorgang in dem Glaubensleben Habakuk's, nämlich sein Kampf und die Antwort des Herrn, für die Gläubigen aller Zeiten! Hast du nicht, lieber christlicher Leser, Aehnliches in deinem stillen Leben in Christo erfahren, hast du nicht ähnliche Glaubenskämpfe durchzumachen gehabt? Gewiß, denn welcher wahre Jünger Christi hat auf seinem Glaubenspfade nicht zu kämpfen, nicht zu fragen, nicht zu bitten? Aber du warst nicht vorwitzig , nicht anmaßend, sondern in Demuth und im Glauben hast du über dieses oder jenes Ereigniß Aufschluß vom Herrn verlangt und gewiß auch zur rechten Zeit erhalten, zur rechten Zeit hat der Herr dich gewiß auf diesen oder jenen Spruch, auf diese oder jene Weissagung in seinem heiligen Worte aufmerksam gemacht, und du fandest darin Ruhe und Trost für deineSeele, denn du erkanntest, daß dieser Spruch, diese Weissagung wird erfüllet werden zur bestimmten Zeit, und priesest dafür den Herrn aus allen Kräften, wie Habakuk. Vielleicht rief auch der jetzige Jahreswechsel einen Kampf in deinem Innern hervor, du schautest zurück auf das abgelaufene Jahr uud sähest mit betrübtem Herzen, wie der Unglaube sein Haupt in der Christenheit emporgehoben und Alles zu verschlingen gedroht hat; wie Männer, die berufen sind, Lehrer der Kirche zu sein, dieselbe unter der Devise der Lehrfreiheit in Schrift und Wort untergraben und den Herrn der Kirche herabwürdigen; wie vermeintliche Philosophen und Ver- 1*