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Dibre Emeth · 1856-01-01 · 1-2 (1856) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
22 (1866)
Issue
1-2 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Glaubensanker sich festhaltend, vom Herrn nicht lassen will, bis er ihm über Alles Auskunft geben und Trost gewähren wird. In der That war das schreckliche Bild, das sich vor den Augen des Propheten entrollte, geeignet, in die tiefste Trauer ihn zu versetzen. Mit Ausnahme des weitschauenden Jesaja war er gewiß der erste, den der Herr das große Unglück, welches die Chaldäer über Israel bringen werden, schauen ließ. Noch ist der Abendschimmer des alten Glanzes Israels nicht ganz verblichen, und schon sieht er im Geiste, Wiedas schreckliche, furchtbare, ungestüme Volk der Chaldäer, einer reißenden Fluth gleich, sein geliebtes Vaterland, das unter seinen früheren Königen ein mächtiger Staat war, überschwemmt, wie Heiden Jerusalem, den Mittelpunkt des ganzen Landes und Volkes, sammt dem Tempel, in dem allein Jehovah verherrlicht wurde, zerstören, das geängstigte Volk aus dem Lande jagen und nach einer fremden Gegend in Gefangenschaft führen. Ein so schauerliches Bild der Zukunft in einer so trüben Zeit, in der Habakuk lebte — wahrscheinlich kurz vor dem Auftreten des Propheten Jeremias — erklärt uns vollkommen seinen Seelenzustand. Aber er murrt nicht, giebt sich nicht der Verzweiflung hin, denn er kennt seinen Gott und Herrn und weiß, daß „dessen Augen so rein sind, daß er Nebels nicht sehen mag und den Jammer nicht anschauen kann" (Cap. 1,13). Und weil er das weiß, ringt er mit dem Herrn und schreit zu ihm: „Warum wolltest du denn zusehen den Verächtern (den Chaldäern nämlich) und schweigen, wenn der Gottlose verschlingt den, der frömmer denn er ist" (derselbe Vers). Im Glauben richtet er diese Frage an den Herrn, im Glauben harrt er auf Antwort, und sein Glaube hat ihn nicht getäuscht; der Herr offenbart sich ihm auf's Neue und ertheilt ihm Aufschluß über Alles. Ueber die stolzen Chaldäer, die nur eineZuchtruthe in seiner Hand sein werden, soll, wenn sie ihre Sendung vollbracht haben werden, ein so schreckliches Gericht ergehen, daß alle Völker über ihren Fall sich freuen und ein Spottlied über sie ertönen lassen werden (Cap. 2, 5—9), Israel dagegen soll gerettet und aus der Gefangenschaft erlöst werden (Cap. 2, 20 verglichen mit Cap 3,12 und 13). Habakuk findet in der Offenbarung, die ihm jetzt zu Theil wurde, volle Befriedigung und Trost für seine Seele und preiset seinen 'Herrn in einem herrlichen

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