Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 11-12 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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186 kauften einzelne Evangelien zu ihrem Privatgebrauche. Unter ihnen war auch N I her zweite Rabbi, der bei meinem ersten Besuche beim Rabbi so große Bigotterie zeigte; er wünschte eine große Zahl Bücher für die Schule zu kaufen, und einige im Vorraih zu haben. Nachdem fie alles, was fie wünschten, gewählt und genommen hatten, lud ich sie ein sich nieder zu setzen und begann mit ihnen über Religion zu sprechen. Außer dem Chacham I — waren mehrere wohl unterrichtete Personen gegenwärtig wie auch einige von denen, welche keinen Anspmch auf Kenntniß des rabbinischen Gesetzes machen, welche aber doch gern zuhören, wenn religiöse Gegenstände besprochen werden, obschon sie natürlich glauben, daß ihre Religion die allein wahre ist, daher sie denn auch überzeugt find, daß ihre Rabbiner die Palme des Sieges davontragen müssen. Nachdem Rabbi I — auf meine Argumente und Beweise gehört hatte, fragte er: Wie kommt es, daß ihr Christen Jeremias 31, 33 „ich will mein Gesetz in ihr Herz geben u. s. w." in der Zukunft übersetzt, da es doch in derThat in der Vergangenheit steht: „ich habe mein Gesetz in ihr Herz gegeben u. s. w." Ich. — Die Weissagung beginnt mit einer künftigen Verheißung und endet mit derselben Zeit, daher müssen diese wenigen Worte Nothwendiger Weise zukünftige Bedeutung haben, obschon es wie die Vergangenheit aussteht; in der That glaube ich, daß fie in der Vergangenheit kaum eine Bedeutung haben können. Jude. — Ja, eine sehr schöne Meinung, man muß die Worte übersetzen: „Ich habe mein Gesetz unter sie gepflanzt, d. i., in dem ersten Bunde; aber in dem zweiten Bunde wird sich die größere Vorzüglichkeit darin zeigen: ich will es in ihre Herzen schreiben u. f. w Ich bin überzeugt, fuhr er fort, daß Sie keine andere Stelle anführen können, welche zwei so verschiedene Zeiten hat und ein und dieselbe Sache meinen sollte. Ich.— Es ist nicht so schwer, wie Sie meinen, solche Stellen zu finden, obschon ich diesen Augenblick nicht viele bezeichnen kann. Die eine, deren ich mich jetzt erinnern kann, finden wir Jesaias 26, 5, von der die wörtliche Uebersetzung ist: „Denn er beugte die, welche in der Höhe wohnen, die hohe Stadt wird er erniedrigen." Aber