Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 11-12 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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sagte er, daß dies nicht die Zeit sei, über diesen Gegenstand zu sprechen, und es würde besser sein, wenn wir warteten bis die, für den Tag bestimmten Abschnitte gelesen wären und die Schüler sich zerstreut hätten. Ich hielt es für eine ganz eigenthümliche Weise, mich zu einem Gespräch aufzufordern und mir doch keine Gelegenheit zu geben vor den Schülern zu sprechen, da er doch so gewiß war, die besten Beweisgründe für sich zu Haben; aber ich entschloß mich zu warten und zu sehen, ob sich mir vielleicht doch noch Gelegenheit darbieten würde, diesen in Finsterniß gehüllten Anbetern des Talmuds ein Licht aufzustecken. Länger als zwei Stunden mußte ich die Qual ertragen, ähnlichen Unsinn anzuhören, wieach ihn vor vierzehn Tagen gehört hatte, ohne die Genügthuung dafür zu haben, ihre Thorheit bloßzulegen und sie wegen ihrer Sünda zu strafen, die Stunden des Sabbaths mit solchen thörichten Geschichten zu vergeuden, anstatt sie auf das Studium des lebendigen Wortes Gottes, in welchem sie das Leben zu haben meinen, zu verwenden. Auch konnte ich ihnen nicht die Wahrheit vor Augen stellen, wie ich gehofft hatte, da sie in dem Augenblicke, als sie geendigt hatten, ihre Abendgebete zu lesen begannen. Später erftlhr ich, daß es ihr wohl überlegter Plan war, mich zu einer Disputation einzuladen, mir aber keine Gelegenheit zum Sprechen zu geben, damit sie sich nachher rühmen könnten, daß sie mich widerlegt hätten so, daß ich nichts darauf zu sagen gehabt hätte. Ich will einen Theil der Lektionen, die ich an diesem Sonnabend lesen hörte, übersetzen, um Ihnen einen Begriff zu geben, wie ein orthodoxer und frommer Jude in diesen Ländern seinen Sabbath verbringt. Der Abschnitt, den sie lasen, war aus der Gemara Chulin Er fängt also an: „Gott erlaubt nicht, daß Anstöße in die Welt kommen selbst durch Thiere, die den weisen Rabbinen gehören. Rabbi Pinehas, der Sohn Uaer ging aus, um (jüdische) Gefangene zu befteien. Als er zu dem Fluße Ginaikam, sagte er: „Fluß Ginai, zertheile für mich (deine Wasser), daß ich durch dich gehen kann." Der Fluß sagte: „Du gehst, den Willen deines Schöpfers zu thun, aber es ist zweifelhaft, ob du Erfolg haben wirst oder nicht, aber indem ich fortfahre, meinen Lauf fortzusetzen, bin ich gewiß seinen Willen zu thun." Rabbi Pinehas antwortete: „Wenn du dich nicht sofort zer-