Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 9-10 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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158 damit wir mehr auf den lebendigen Gott und weniger auf Fleisch und Arm VeMuen lernten. Denn ich kann nicht umhin, uns in das Gedächtnis zurückzurufen, wie hoch wir unfern Missionar zu erheben schienen, als er unter uns war." — „Laßt uns nun eingedenk sein, daß dieser edelmüthige Missionar auf Befehl des König Theodorus ins Gefängniß geworfen und unter die Folter gebracht worden ist; seine Hände und Beine wurden auf die Folter gespannt und so zusammen gepreßt, bis Blut aus den Fingern drang. Es ist dieser treue Knecht Gottes, für den wir Euch bitten Fürbitte einzulegen. Einst wurde in Egypten ein Pattiarch ins Gefängniß geworfen; aber die Hand Gottes war mit ihm — einst wurde in Jerusalem ein Prophet ins Gefängniß gelegt; aber Gott errettete ihn durch einen gutherzigen äthiopischen Verschnittenen — Und Petrus wurde ins Gefängniß geworfen, und er wurde in Erhörung des ernsten Gebetes der Jünger durch einen Engel des Herrn errettet — und warum sollte nicht unser gefangene Missionar durch die Gebete der Kirche errettet werden? Lasset uns niemals das Vorrecht des vereinten Gebets auS den Augen verlieren. Lasset-uns beten mit festen Glauben, der da nicht zweifelt, daß der Herr ihn ans dem Kerker erlösen wird." — Nachdem hierauf noch die Dorologie gesungen worden war, wurden die Verhandlungen geschloßen, und die Versammlung ging auseinander. Wir fügen hier die Bemerkung bei, daß uns vor einigen Tagen ein Schriftchen aus England zugesandt worden ist unter dem Titel: „Briefe von den Gefangenen in Abysstnien, nur für den Privatgebrauch gedruckt." Der bedeutendste dieser Briefe ist einer von Herrn Prediger Stern an seine Frau, dreizehn enggedruckte Seiten lang. Er ist datirt: Amba Magdala, April 1865 und ist den 6. Juli in London angekommen. Herr Stem giebt darin eine kurze Beschreibung seiner und seiner Mitgefangenen Leiden vom 8. Oktober 1863 bis zum 3. Januar 1864, die in der That haarsträubend ist, und verspricht später die Fortsetzung. Sollte es uns vergönnt werden, so theiten wir unfern Lesern später diesen Brief entweder in seiner ganzen Länge oder im Auszuge mit. Jetzt aber bitten wir die Leser unfers Blattes, mit uns Md unfern Freunden in England ernstlich um die Befreiung der