Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 9-10 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Schwierigkeiten giebt, die aus dem Vergleich der Thatsachen mit dem Worte wie es gegenwärtig erklärt wird, entspringen , habt nur Geduld. Ihr habt Geduld nöthig. Wartet auf Geduld; wartet auf eine Vergleichung der Thatsachen, und wartet auf eine immer ausgedehntere und nähere Erklärung der Schrift. Aber während Ihr wartet und während Ihr studirt, und während Ihr die Schwierigkeit anerkennt und mit denen mitempfindet, welche sie fühlen, bitte ich Euch dringend, theilet sie nicht den Versammlungen des harmlosen Volkes mit, das in seinem Gemüthe beunruhigt, und deffen Glaube dadurch nur erschüttert wird. Geht und predigt Jesum Christum, den Gekreuzigten — zuerst den Juden und dann auch den Griechen. Zuerst den Juden, — die Juden haben den Vorrang. Als der Herr feine Jünger aussandte, sagte er ihnen, daß sie zu Jerusalem anheben sollten, und aus ihrem Thun geht es klar hervor, daß sie unter Jerusalem nicht die Stadt Jerusalem verstanden , so daß sie dem Befehle Genüge gethan hätten, nachdem sie dies gethan, sondern daß sie unter Jerusalem das Volk verstanden, und daß wo sie nur anhoben es bei dem Volke geschehen sollte. Leset die Apostelgeschichte und Ihr werdet finden, daß, an welchen Ort sie nur immer kamen, sie bei den Juden anhoben, daß sie in den Schulen der Juden begannen, nicht weil sie die Gewißheit hatten, daselbst bereite Versammlungen zu finden, sondern weil sie wünschten, das Gebot zu erfüllen — „Zuerst den Juden." Und als der große Apostel seinen Brief an die Römer schrieb, wiederholte er die Wahrheit, daß das Evangelium sei „eine Kraft Gottes, die da selig macht Alle, die daran glauben, die Juden vornehmlich und auch die Griechen." Warum es die Juden zuerst sein sollten, ist eine von den Fragen, zu deren Lösung wir nicht kompetent sind, warum die Juden das Evangelium zuerst haben sollten — wamm Gott in Abraham ein Volk und seine natürlichen Nachkommen erwählt haben sollte, ihnen unter den Völkern einen Platz einzuräumen, wie kein andres Volk hatte — und warum er sie, wie Ihr gehört habt, für die Zukunft aufbewahrt haben sollte, wie die That seiner Vorsehung in dem, daß er sie aufbewahrte, die zusammenwirkte mit dem Worte der Weissagung sie betreffend. Auf der einen Seite hat er uns ein Wort gegeben, das uns ihre Lage beschreibt; auf der andern Seite hat er es gemacht, daß ihre Lage