Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1865-01-01 · 9-10 (1865) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
21 (1865)
Issue
9-10 (1865)
Date
1865-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2554541-2554741-2554747--04375-2560302
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

134 Orthodoxen in ihren Zeitschriften — dem „ Israelit," herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz und „Jeschurun" von Rabbiner Hirsch in Frankftrrt a. M. — Herrn Rabbiner Phil, nebst seinen Gehilfen wegen seiner Denkosfenbarungsgläubigkeit, oder sparte er etwa in seiner Allg. Ztg. d. Jud. Schmähworte, wie sie nur die deutsche Sprache aufzuweisen hat gegen seine Gegner? Und ist das nicht Religionszwang, wenn der Mosaismus befiehlt die Fremdlinge in Israel zu zwingen den Sabbath zu feiern und am Passafeste kein gesäuertes Brod zu essen unter Androhung der Todesstrafe im Uebertretungsfalle? Oder war vielleicht das Verfahren des Maccabäerfürsten Johan Hyrkan gegen ein ganzes Volk, die Jdumäer nämlich, glicht so etwas wie „Kerker und Scheiterhaufen für Andersgläubige," wenn er sie, nachdem er sie besiegt hatte, zwang entweder das Judenthum anzunehmen oder ihr Land zu verlassen, so daß sie es vorzogen, sich beschneiden zu lassen und zum Schein zum Judenthum überzutteten, um nur nicht von ihrem Grund und Boden verjagt zu werden? Wenn aber die heutigen jüdischen Wortführer diese Handlung nicht billigen, so geschieht dies aus naheliegenden Gründen, die Judenheit zur Zeit Hyrkan's und alle Juden bis auf die neueste Zeit haben, soviel mir bekannt, keine Mißbilligung darüber in irgend einer Schrift geäußert, denn dieses gewaltthätige Verfahren entspricht ganz der früheren jüdischen Anschauungsweise und findet sogar einen Haltpuntt im Mosaismus. Es liegt noch eine ziemliche Anzahl Blätter der Allg. Zeit. d. Jud. vor mir, aus denen ich Vieles anführen könnte, was ebenfalls ein Zeugniß für die Gestnnungstüchtigkeit des denkoffenbarungsgläubigen Rabbiners liefern würde; allein ich will gern darauf verzichten und lieber noch Einiges aus seiner Schrift „die Israelitische Religionslehre" mittheilen. Dieses Buch ist mehr für jüdische Lehrer bestimmt, Jud. wird darüber gefrohlockt, daß die christlichen Regierungen den Rabbiner« die Macht des Bannspruches genommen haben. „Eine ihrer (der Rabbiner) letzte» Thaten," heißt es in Nr. 7, „war der — übrigens mit richtigem Instinkt — gegen die mendelsohnische Bibelübersetzung nebst der Biur (Erklärung) gerichtete Bannfluch." Und in Nr. 38: „Wo wären wir, wenn die Rabbiner und ihre Trabanten noch de« Kirchenbann anwenden dürsten."

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.