Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 9-10 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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133 sei, der nicht erfüllet die Worte dieses Gesetzes, daß er damach thue, und das ganze Volk spreche Amen," weiß er nicht, daß Andersgläubige, die 7 cananitischen Völkerschaften nämlich, welchen nach 1. Mos. 15, V. 16 eine geraume Zeit zur Buße gelassen wurde, endlich zur Ausrottung durch das Volk Israel verdammt und selbst, als eine Anzahl derselben, die Gibeoniter, durch List sich retten und Israel sich unterwerfen wollten, doch nach Jos. 9, 23 verflucht und zu Knechten, Holzhauern und Wafferschöpfern verurtheilt wurden? Allerdings weiß er es, aber was kümmert er sich um den wirklichen Mosaismus, er stutzt sich ein Religionssystem zu, wie es seinem „reinen Geiste" zusagt und nennt dieses Fabrikat die „geläuterte Gotteserkenntniß, die aus dem Mosaismus hervorgegangen, die Sonne am blauen Himmel," welche aber nur ein Irrlicht ist, das, sobald man sich ihm mit sicherem Blick naht, schwindet. Und beiläufig bemerkt, verfehlt es auch der Herr Rabbiner nicht, wie er es immer gern thut, dem Christenthum nebenbei einen Seitenhieb zu versetzen, denn wer liest es nicht zwischen den Zeilen, daß in seiner Schilderung der falschen „Religion, welche verdammt und verketzert, die Menschheit zu gewaltthätigen Parteien spaltet, zum blutigen Kriege treibt, Kerker und Scheiterhaufen für Andersgläubige rüstet," eine gehässige Anspielung aus Begebenheiten, die leider unter Christen vorkamen, hingeworfen wird? Weit entfernt viele Ungerechtigkeiten und Ausschreitungen, die die Christenheit zu verschiedenen Zeiten sich zu Schulden kommen ließ und noch läßt, die aber keineswegs dem Christenthum zum Vorwurfe gemacht werden können, beschönigen zu wollen, begreife ich nicht, wie ein Rabbiner, der sich noch obendrein in alle Streitigkeiten der jüdischen Gemeinden in den dreißiger und vierziger Jahren gemischt, solche Sprache führen kann, ohne dabei zu erröthen. Hat es denn im Judenthum oder der Judenheit keine gewaltthätigen Parteien gegeben, die sich gegenseitig verdammt und verketzert haben, und giebt es nicht noch solche bis auf den heutigen Tag? Haben nicht selbst die Talmudisten, die Gaonim und die späteren Rabbinen ihre Parteiwuth bis zum Bann und gegenseitiger Verketzerung getrieben*), und verdammen unb verketzern etwa nicht die heutigen *) In Nr. 7 Jahrg. 1861 und Nr. 38 Jahrg. 1864 der Allg. Zett. d.