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Dibre Emeth · 1865-01-01 · 9-10 (1865) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
21 (1865)
Issue
9-10 (1865)
Date
1865-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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_ 131 keine Gemeinschaft mit einander haben? Die Vernunft kann oft natürliche Dinge nicht begreifen, sie kann Vorgänge, die wir mit unfern Sinnen wahrnehmen, nicht erklären, wie soll sie Richterin über übernatürliche Dinge, über Offenbarung, die aus dem Glauben kommt und auf Glauben beruht, sein können! Professor Hyrtl an der Wiener Universität sagt in der Einleitung zu seinem berühmten Werke — Lehrbuch der Anatomie des Menschen —: „Eine endliche Reihe von Tätigkeiten, welche jeder organische Körper von seiner Entstehung bis zu seinem Untergange äußert, bildet den Begriff des Lebens, ohne mü diesem Worte mehr als die Form der Erscheinung ausdrücken zu wollen, die Natur und letzte Ursache derselben liegt jenseits der Grenze, über welche der menschliche Geist vorzudringen nie vermögen wird." Wahrlich, ein merkwürdiges Zeichen der Zeit, ein Anatom legt das Geständniß ab, daß der menschliche Geist nicht im Stande ist die Erscheinung des Lebens des Lebens, das wir fortwährend in uns und an Andern wahrnehmen — zu begreifen, während ein Rabbiner mit seinen gefügigen Gehilfen selbst metaphisische Dinge, wie den OffenbarungSglauben, unter die Kritik der Vernunft ziehen will! Wer eine Vernunftreligion haben will, der muß sich immer mehr von dem Mosaismus entfernen, die Wahrheiten in den mosaischen Büchern ignoriren, oder ihnen geradezu in's Gesicht schlagen. Dies thut Phil, ungescheut, obgleich er den Mund voll nimmt, wenn er vom Mosaismus und mosaischen Gesetzen spricht. In einem Leitartikel der früher erwähnten Nummer 32, überschrieben: „Wonach die Menschheit strebt, was ste verlangt?" in welchem er über wahren und falschen Glauben in seiner Weise raisonnirt, heißt es: „Die Menschheit verlangt nach der wahren Religion; sie verlangt nicht mehr nach Sturm, Erdbeben und Feuer, sondern nach dem sanften Friedenösäuseln, in welchem der Ewige ist. Sie verlangt, daß die Religion die Sonne am blauen Himmel sei, welche leuchtet und wärmt" u. s. w. „Ja alles Belebende und Erfrischende, alles Erhebende und Läuternde, alles Tröstende und Stärkende, alles Belehrende und Erleuchtende erwartet ste von der wahren Religion, wie sie besteht, gegeben, gelehrt, erwachsen, entfaltet und selbst geläutert, und wie sie ersteht und sich immer wieder gebiert in jedem reinen Geiste." Wer sieht nicht in den Worten 9*

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