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Dibre Emeth · 1865-01-01 · 9-10 (1865) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
21 (1865)
Issue
9-10 (1865)
Date
1865-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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, 130 maßen beginnt: „So sehr ich es achte und billige, daß Sie, Herr Redacteur, sich selbst weder in eine Polemik mit den Hyperorthodoren überhaupt, noch besonders, wo es Ihre Aeußerungen und Arbeiten betrifft, handelt, *) so gestatten Sie mir doch einen Blick auf jene zu werfen, in Fragen, die das Allgemeine besprechen. Ihre gediegendsten, kernhaftesten, von jedem Denkoffenbarungsgläubigen mit der lebhaftesten Zustimmung begrüßten Leitartikel" u. s. w. Der Correspondent zollt, wie aus diesen einleitenden Worten zu ersehen ist, den Leitartikeln seines Meisters großen Beifall und tritt für ihn in die Schranken gegen seine Gegner, die orthodoxe Partei, aus deren Mitte Einer einen philippsonischen Leitartikel in Nr. 32 seines Blattes Jahrg. 1864 einer scharfen KritiL unterzieht und ihm vorwirft, daß er in demselben „alles Religiös-Positive negirt, eine wesen- und formlose Religion erstrebt" u. s. w. Endlich bespöttelt der Correspondent die rabbinischen Gesetze und nennt sie „einen dicken Qualm von Geistesverdummung;" nur in Bezug auf die Gesetze Moses ist er etwas vorsichtiger, wiewohl man es ihm abfühlt, was er über diese denkt. Und doch hat er sich bei aller Vorsicht mit einem Worte verrathen, mit einem Worte seine ganze Gesinnung, seinen ganzen Unglauben zu erkennen gegeben, und da sein Meister mit ihm in Allem einverstanden ist, so zeigen sie beide, weß Geistes Kinder sie sind und was sie über Offenbarung überhaupt denken. Dieses Wort heißt, wie schon in obigem Mate zu sehen war: „Denkoffenbarungsgläubiger." Dem Correspondenten gebührt gewiß der Ruhm eines Erfinders, er hat sich ja in unserer erfinderischen Zeit sogar auf religiösem Gebiete mit seinem Erfindungsgenie hervorgethan und für die Gläubigkeit des Reformjudenthums ein neues Wort wenn auch nur ein Compositum, erfunden. Herr Phil, und seine Trabanten find also „Denkoffenbarungsgläubige," d. hglauben insofern an eine Offenbarung, als solche mit dem Denken, also mit der Vernunft, übereinstimmt. Ich überlasse es einem jeden wirklichen Denker zu urtheilen, ob da noch von einem Glauben an Offenbarung die Rede fein kann, wo die Vernunft zur Richterin über dieselbe gesetzt wird, und ob nicht Vernunft und Offenbarung Begriffe sind, die gar *) Der Satz ist unverständlich, einige Worte scheinen zu fehlen.

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