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Dibre Emeth · 1865-01-01 · 7-8 (1865) · page 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
21 (1865)
Issue
7-8 (1865)
Date
1865-01-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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seiner Behauptung, die er den Lesern der „A. Z. d. I." triumphirend proklämirt, herbeizubringen. ' Lassen Sie mich meine Behauptung begründen. Um die Opfergaben der Festversammlung entgegen zu nehmen, hatte ich, am Schluffe des Gottesdienstes, meine Stellung an der Hauptthür, und in Folge der Beobachtungen, die ich hier zu machen die beste Gelegenheit hatte, befinde ich mich in der Lage, den Herrn Doktor trösten (aber auch seine „Freude gleichzeitig" etwas herabzustimmen) und ihm sagen zu können, daß er sich nicht so gewaltig, als er's zu thun sich das Ansehn giebt, zu schämen braucht, denn ich habe mehrere Juden an mir vorüber gehen sehen, und obendrein deutlich wahrgenommen, daß sie, weit entfernt davon, sich zu schämen, der Festfeier beigewohnt zu haben, Wohlgefallen daran gefunden haben, was sie nicht nur durch Darreichung ihrer Opfergaben bethätigten, sondern auch durch verschiedene an mich gerichtete Fragen und gemachte Bemerkungen. Letzteres war namentlich der Fäll mit einem Herrn und einer Dame, die sich mir freundlich näherten, mehrere Minuten neben mir weilten und zu wissen begierig waren: „Wer war der?" und: „wer war jener?" und freimüthig erklärten: „Er sprach so herrlich", und: „seine Ansprache war tiefergreifend," und „wie innig er betete" u. s/w. Dies waren offenbar nicht „Dienstmädchen und barmherzige Schwestern"*), sondern Juden auö den höheren Ständen, wie man das deutlich an ihrer Kleidung sowohl, als an der Unterhaltung und Urtheilsfähigkeit wahrnehmen konnte. *) Herr vr. Landsberg sagt: „Es war kaum ein anständig gekleideter Bürger zugegen; nichts als neugieriges Volk, Frauen aus der Nachbarschaft, Dienstmädchen und barmherzige Schwestern ans Bethanien." Kennen wir nun auch an der Kirche Christi keinen Unterschied, denn wie Viele in Christum getauft sind, die haben Christum angezogen, und sind allzumal Einer in Christo Jesu, so kann ich doch nicht umhin, mein Erstaunen darüber auszndrücken, daß eS Herrn vr. L. so gründlich gelungen sein soll — wie er sich das Ansehn giebt --- nicht wätzrzunehmen (weil es ihm nicht Paßte), was. wahrnehmbar war el vice versa. Niemand wird wohl daran zweifeln können, daß er forschenden Blickes viel umher geschaut haben muß, um zu entdecken, ob er ,> der einzige Jude"' in der Kirche sei (was ihm, seiner Angabe nach, geglückt ist), und scheint es daher fast unglaublich, daß die Wahrnehmung seinem Späherblick so durchaus und vollständig entgangen sein sollte, daß auch der Adel vertreten war, daß auch Staatsbeamte mit von ihrem Monarchen ihnen verliehenen Orden geschmückt und Officiere zugegen waren.

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